Gedankenspiele um die Regionalliga

von Redaktion

So könnte die Saison in der 4. Fußball-Liga abgeschlossen werden

Rosenheim – Wird das in dieser Saison noch etwas mit der Fußball-Regionalliga? Auf diese Antwort wartet man zurzeit nicht nur in Buchbach, Burghausen und Rosenheim sehnlich. Beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) macht man sich immerhin Gedanken, wie es weitergehen könnte – auch wenn völlig offen ist, wann und unter welchen Bedingungen wieder gespielt werden darf.

Im Grunde geht es an den noch ausstehenden sieben Spieltagen nur noch um den Klassenerhalt. Denn an der Spitze entscheidet nicht die Abschlusstabelle, sondern eine Aufstiegsrunde über den Teilnehmer an der Qualifikation zur 3. Liga. Wer dabei ist, steht praktisch fest: Der FC Schweinfurt 05, die SpVgg Bayreuth und Viktoria Aschaffenburg sind die einzigen drei Vereine aus Bayern, die eine Lizenz beantragt haben. Einer der ersten vier Plätze – die sportliche Voraussetzung für die Teilnahme an der Extra-Runde – ist dem Trio so gut wie sicher. Der Fünfte, der TSV Aubstadt, ist schon zu weit weg.

BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher geht fest davon aus, dass diese Runde stattfinden kann – notfalls mit einem Hygienekonzept und Schnelltests wie bei den Profis oder in den Regionalligen im Südwesten und Westen, die nie aussetzen mussten. „Bei allen drei Klubs handelt es sich um Vereine, die seit Jahren unter Profi-Bedingungen arbeiten“, sagt Faltenbacher. Die nötige Sondererlaubnis wäre kein Problem. Sechs Partien in drei Wochen sollen unter diesen Bedingungen ausgetragen werden, jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel. Der Sieger steht dem Meister der Regionalliga Nord gegenüber.

Dort kalkuliert man nach einem Bericht des Online-Portals „Sportbuzzer“ mit einem Neustart an Ostern. In den beiden Gruppen soll wenigstens die normale Rückrunde abgeschlossen werden. Die Auf- und Abstiegsrunden werden gestrichen, den Meistertitel sollen dann die beiden Spitzenreiter ausspielen – sofern sie für die 3. Liga gemeldet haben. Die Ausscheidungsspiele gegen den Besten aus Bayern könnten am 12. und 19. Juni stattfinden, heißt es dort – mehr Luft also als gedacht für die Regionalliga Bayern.

Notfalls, meint Verbandsspielleiter Josef Janker, könnten Schweinfurt, Bayreuth und Aschaffenburg während ihrer Play-off-Runde sogar auf die normalen Regionalliga-Spiele verzichten, soweit sie für den Abstieg oder die Relegation nicht mehr von Bedeutung sind. Schweinfurt gegen Eichstätt würde also am letzten Spieltag wohl gestrichen, Bayreuth müsste eine Woche vorher gegen Memmingen antreten.

Einen Saisonabbruch halten Faltenbacher, der im BFV-Präsidium für den Spielbetrieb zuständig ist, und Janker nur für das allerletzte Mittel. „Sportliche Entscheidungen sollen – wenn irgendwie möglich – immer auf dem Platz fallen, nicht mittels Quotienten-Berechnungen am Schreibtisch“, sagt Faltenbacher. Was, wenn in ein paar Wochen der erhoffte Impf-Effekt einträte, wendet sich Janker gegen die Skeptiker. „Dann könnten wir wieder Fußball spielen, haben aber keine Saison, sondern Leerlauf.“ Jetzt eine Entscheidung übers Knie zu brechen, wäre falsch.

Rechnerisch hat der BFV bis nach Ostern Zeit, um die Saison zu retten oder aufzugeben, nicht nur für die Regionalliga, sondern bis zu den Kreisligen. Wenn die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten sich am 22. März wieder treffen, müsse auch über Lockerungsschritte für den Fußball gesprochen werden. „Wenn ein Biergarten öffnet, muss auch Training mit der Mannschaft wieder möglich sein“, sagt Faltenbacher. Ziel bleibe, die Saison bis 30. Juni abzuschließen. „Sollte uns am Ende Zeit für das eine oder andere Relegationsspiel fehlen, kann ich mir in Einzelfällen schon vorstellen, dass wir ein paar Tage in die Verlängerung gehen, sodass wir auch hier nicht wegen weniger Tage Entscheidungen am grünen Tisch brauchen“, schränkt er ein.ah

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