Kolbermoor – Große Freude bei Kolbermoors Bundesliga-Tischtennis-Damen: Einerseits hatte man die letzte Begegnung vor Beginn der Play-off-Runde gegen den SV Böblingen mit 7:1 klar gewonnen, andererseits unterlag der härteste Widersacher im Kampf um Rang zwei, der TSV Langstadt, überraschend mit 3:5 bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim. Dies bedeutet, dass das Kolbermoorer Quartett die Hauptrunde in knapp einer Woche als Tabellenzweiter abschließt.
Da man im Fernduell mit dem TSV Langstadt am Sonntag eine Stunde früher ran musste, wollte man einen möglichst hohen Sieg einfahren. An diese Vorgaben hielt sich das erste Paarkreuz vom ersten Ballwechsel an und Trainer Michael Fuchs fand Gefallen daran, dass Kristin Lang das Auftakteinzel gegen die sehr schwierig zu spielende Mitsuki Yoshida wie schon in der Vorrunde souverän mit 3:0 gewann. Auch Yuan Wan holte einen Punkt, wenngleich sie beim 3:1-Sieg gegen Annett Kaufmann im dritten Satz immer wieder einem Rückstand nachlaufen musste und nach zwei abgewehrten Satzbällen mit 11:13 in der Verlängerung unterlag. Dafür aber agierte sie im vierten Satz wieder überragend und gewann deutlich mit 11:4.
Auch das hintere Kolbermoorer Paarkreuz spielte so, als ginge es bereits jetzt um die Meisterschaft. Die Folge waren zwei Punkte, wobei der Zähler von Ersatzspielerin Laura Tiefenbrunner – sie wurde kurzfristig für die erkrankte Svetlana Ganina nachnominiert – gegen Rosalia Behringer mit viel Arbeit verbunden war. Nach gewonnenem ersten Satz brachte sie in Durchgang zwei beim Stand von 10:9 einen Satzball gegen die Abwehrspielerin nicht durch, kassierte sogar den Ausgleich, gewann aber letztendlich mit 12:10. Nach ihrer 6:5-Führung im dritten Satz nahm Behringer eine Auszeit, die Tiefenbrunner aus dem Konzept brachte und die Kolbermoorerin so noch mit 8:11 den Kürzeren zog. Allerdings riss sie sich anschließend am Riemen und behielt mit 11:6 die Oberhand. „Ich musste sehr viel Geduld aufbringen“, meinte Tiefenbrunner.
Im zweiten Einzeldurchgang lieferte Kristin Lang erneut eine hervorragende Leistung ab und sorgte für den 5:0-Zwischenstand. Zunächst weniger Glück hatte Wan in der Parallelbegegnung gegen Yoshida. Im ersten Satz zählte ihr die Schiedsrichterin am Tisch in der Schlussphase einen Punkt wegen eines falschen Aufschlags ab, was zum Verlust dieses Satzes mit 9:11 führte. Den zweiten Satz hatte sie nach dem 3:9-Rückstand eigentlich schon verloren, kämpfte sich aber sukzessive wieder heran und siegte in der Verlängerung mit 14:12. Nachdem sie den dritten Satz mit 11:13 verloren hatte, demontierte Wan ihrer Gegnerin im vierten Durchgang mit 11:2. Im Entscheidungssatz wechselte man beim 5:2 die Seiten – von da an ließ sich Wan die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.
Der siebte Zähler wäre eine Angelegenheit von Anastasia Bondareva gewesen. Im Gefühl einer sicheren 2:0-Satzführung baute sie jedoch ab. Weil die Kolbermoorerin ihrer Kontrahentin Behringer immer wieder auf die Vorhand spielte und dadurch nur noch reagieren konnte, musste sie die nächsten beiden Durchgänge jeweils mit 4:11 abgeben. Im Entscheidungssatz wechselte man beim Stand von 4:5 aus Kolbermoorer Sicht die Seiten. Letztlich musste sich die 18-Jährige mit 8:11 beugen. Dafür schlug dann erneut Laura Tiefenbrunner zu: Gegen Alexandra Kaufmann gewann sie den ersten Durchgang deutlich mit 11:3. Im zweiten Satz lief sie bis in die Schlussphase einem Rückstand nach. Nach dem 9:10 setzte sie zwar einen sensationellen Angriffsball, doch Kaufmann gelang ein Rückschlag, der genau auf der freien Seite Tiefenbrunners zum Satzgewinn einschlug. Dafür machte die Studentin mit ihrer Gegnerin dann im dritten und vierten Satz kurzen Prozess und setzte sich mit 11:6 sowie 11:4 durch. Kolbermoors Trainer Michael Fuchs lobte: „Laura Tiefenbrunner hat ihre Sache sehr gut gemacht. Unser Sieg geht in dieser Höhe vollkommen in Ordnung.“
Für den SV-DJK Kolbermoor punkteten: Lang, Wan, Tiefenbrunner (je 2); Bondareva (1).eg