Bayernliga-Spielleiter Andreas Mayländer aus Teisendorf hat das Pilotprojekt im Kreis Zugspitze für den Verbandsspielausschuss des BFV begleitet. Er stellt sich im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen hinter die Pläne – und kann sich ein neues Spielsystem sogar für die überregionalen Ligen in Bayern vorstellen.
Was haben Sie sich gedacht, als Spielleiter Heinz Eckl Ihnen die Pläne vorstellte?
Endlich wird da einmal jemand aktiv. Im Verbandsspielausschuss hatten wir immer wieder solche Ideen gewälzt und darüber gesprochen, was machbar wäre. Aber auf Kreisebene ist das zunächst besser aufgehoben: Die Argumente – wie mehr Derbys und geringere Fahrtstrecken – fallen dort stärker ins Gewicht als etwa in der Bayernliga.
Welche Chancen geben Sie dem Zugspitz-Modell?
Die ersten Reaktionen waren sehr positiv. Auch Skeptiker haben sich überzeugen lassen. Ich denke, die Chance auf eine Zwei-Drittel-Mehrheit ist da. Aber wir brauchen eine breit angelegte Diskussion in den Vereinen – auch wenn das in Corona-Zeiten nicht einfach ist. Es wäre schlecht, wenn die Abteilungsleiter einsame Entscheidungen träfen und Trainer und Spieler vor vollendete Tatsachen gestellt würden.
Und wenn das neue System doch durchfällt – ist das dann für den BFV gestorben?
Nein, man sollte das auch dann nicht gleich begraben. Dann muss man analysieren und die Vereine fragen, was den Ausschlag gegeben hat, um das – vielleicht woanders – besser zu machen.
Aber für die Verbandsligen wäre das nicht vorstellbar?
Doch, natürlich. Vielleicht kommen wir sogar schneller in die Verlegenheit als wir glauben. Wenn die laufende Saison sich bis Ende Juni oder sogar noch länger hinzieht, könnte es in der neuen Saison mit dem Spielplan eng werden. Dann wäre das eine Alternative.
Gibt es überhaupt noch eine Chance, die Saison 2019/21 über die Bühne zu bekommen?
Im Moment sieht es so aus, als würde unser Wunsch, Ende April oder Anfang Mai weiterzuspielen, nicht in Erfüllung gehen. Dann würde es schwierig, die Saison bis Ende Juni abzuschließen. Zurzeit spricht daher mehr für einen Abbruch als für eine Fortsetzung. Aber für Entscheidungen ist es noch zu früh.Interview: Alexander Hübner