Rosenheim – Mehr als ein Jahr haben die Tennisfreunde in Rosenheim und Umgebung darauf warten müssen, in wenigen Wochen ist es dann aber endlich so weit: Auf der Sportanlage von 1860 Rosenheim gibt sich die Weltspitze im Profi-Tennis ein Stelldichein – denn für die Austragung der 1. Bundesliga gibt es nun Grünes Licht!
„Das ist die Champions League der Bundesligen“, hatte Thomas Detterbeck, gemeinsam mit Dieter Dörfler, Bernhard Gleissner und Carina Stiglauer im Management der Rosenheimer Tennisspieler, bereits vor Wochen verkündet, als die Aufgebote der Teams nach Ende der Transferzeit bekannt gegeben wurden. Nun rücken die Tage näher, an denen die Sechziger erstmals Tennis aus dem Oberhaus auf ihrer Anlage präsentieren können. „Wir können Weltklasse-Sport anbieten“, so Detterbeck. Hatte es 2019 schon Spitzentennis auf der Anlage an der Pürstlingstraße gegeben, als sich die Rosenheimer die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Süd sichern konnten, so erfährt der sportliche Reiz diesmal sogar noch eine deutliche Steigerung. Der Online-Streamingdienst, der ansonsten auch bei den Grand Slams vor Ort ist und sich nun die Übertragungsrechte für diese Bundesliga-Saison gesichert hat, spricht von der „stärksten Liga der Welt“.
Allerdings gibt es zum aktuellen Stand noch einige Fragen, die schnellstmöglich von Tennis-Bund, Bundesliga und den zuständigen Organen und Behörden beantwortet werden müssen. „Es wird sicherlich eine Saison unter erschwerten Bedingungen“, weiß Dörfler anhand der Hygienekonzepte und Corona-Regeln. Die wichtigste Frage sicherlich: Wird vor Zuschauern gespielt? „Der Deutsche Tennis-Bund und die Bundesliga gehen davon aus, dass vor Zuschauern gespielt werden kann“, ist die Information der Rosenheimer aus den vielen Online-Konferenzen. Weil der Spielplan für den Aufsteiger höchst attraktiv ist und Heimspiele gegen den amtierenden deutschen Meister aus Mannheim, den Vizemeister Rochusclub Düsseldorf oder den großen Titelanwärter und Lokalrivalen TC Großhesselohe vorsieht, hätten sich die Sechziger in einer normalen Zeit sicherlich das ein oder andere mal über eine vierstellige Kulisse freuen können. Nun hofft Dörfler, „dass wir zumindest 250 oder 300 Zuschauer erlaubt bekommen“. Schließlich sei das Ziel immer gewesen, „den heimischen Fans absolutes Spitzentennis bieten zu können“. Nur mal zur Verdeutlichung: Meister Mannheim hat an Nummer eins den Österreicher Dominic Thiem gemeldet, aktuelle Nummer vier der Weltrangliste. Und bei Großhesselohe führt Jan-Lennard Struff das Aufgebot an, der zuletzt beim Turnier in München bis ins Endspiel kam.
Aber nicht nur die Konkurrenz sorgt dafür, dass die Tennis-Weltklasse in Rosenheim auf dem Platz steht. „Ich glaube, dass wir einen sehr guten Kader haben“, sagt Detterbeck. Das Aufgebot wird vom Slowenen Aljaz Bedene angeführt, aktuell Nummer 56 der Weltrangliste. Der Kroate Damir Dzumhur war einst Nummer 23 im Ranking, mit Juan Ignacio Londero (Argentinien), Daniel Elahi Galan (Kolumbien), Alejandro Tabilo (Chile) oder Blaz Rola (Slowenien) gibt es weitere aktuelle Davis-Cup-Spieler und mit dem Österreicher Sebastian Ofner einen Rückkehrer, der das Zeug zum Publikumsliebling hat. Und dann sind da ja noch die beiden Routiniers Oliver Marach und Alexander Peya, einst die Nummer zwei und drei der Doppel-Weltrangliste!
Eine Petition aus Spielerkreisen habe mit dazu beigetragen, dass die Bundesliga ab Juli gespielt werden kann. „Und viele unserer Spieler haben schon zugesagt, dass sie öfter als geplant für uns spielen wollen“, erklärt Dörfler. Diese Euphorie der Top-Stars wollen die 1860-Verantwortlichen jetzt nutzen, um die letzten wichtigen Weichen bis zum Bundesliga-Start stellen zu können.