Eriksen-Schock weckt Erinnerungen

von Redaktion

Vor fast elf Jahren halfen Spieler, Trainer und Notärzte, um Günter Heberle zu retten

Kopenhagen/Rosenheim – Ehemalige Fußballer des SB Rosenheim und vom SV Kirchanschöring werden am Samstagabend hochgeschreckt sein, als sie das EM-Spiel zwischen Dänemark und Finnland und die fürchterlichen Bilder rund um den Zusammenbruch des dänischen Nationalspielers Christian Eriksen gesehen haben. Es ist fast elf Jahre her, als sich eine ähnliche Szene im Testspiel beider Fußballteams in Kirchanschöring ereignet hatte.

Rückblende: Am 18. Juli 2010 waren 27 Minuten gespielt, als sich beide Mannschaften auf einen Einwurf vorbereiteten und Kirchanschörings Günter Heberle im eigenen Strafraum zusammensackte. Eine verschleppte Erkrankung sorgte für eine nicht entdeckte Herzmuskelentzündung und die nach der Anstrengung bei hochsommerlichen Temperaturen für einen Herzstillstand beim ehemaligen Profispieler, der für Schweinfurt 05 und die Stuttgarter Kickers in der 2. Bundesliga aktiv war. „Ich habe gleich gemerkt, dass etwas nicht gestimmt hat“, meinte der damalige Sportbund-Spieler Alexander Spreitzer damals nach der Partie. Er war einer der vielen Helfer, die sofort reagiert hatten: Weil Heberles Zunge nach hinten gerutscht war, hatte Spreitzer mit einem Flaschenöffner dafür gesorgt, dass der Mund offen blieb und Kirchanschörings Teamarzt diese wieder nach vorne holen konnte. Derweil hatte der damalige SBR-Coach Walter Werner den Puls bei Heberle gemessen und festgestellt: „Der war mehrmals weg.“ Ein Arzt aus dem Publikum, der Herzmassage betrieb, und schnell eintreffende Notärzte waren schließlich entscheidend dafür, dass die schreckliche Szene noch glimpflich ausging. „Die Helfer haben gut reagiert, die Ruhe bewahrt und das Richtige getan“, meinte Werner nach dem Vorfall.

So war es auch am Samstagabend in Kopenhagen, wo Eriksen ins Hospital gebracht wurde und sich schon wieder auf dem Weg der Besserung befand. Vor elf Jahren war Heberle nach ein paar Tagen aus dem künstlichen Koma erwacht – und spielte bis zum Lockdown auch wieder für die Kirchanschöringer AH. Stellvertretend für die Helfer war Spreitzer ein paar Monate nach dem Spiel – das übrigens abgebrochen wurde – mit dem OVB-Sonderpreis beim „Ball des Sports“ ausgezeichnet worden.

Übrigens: Die damals so furchtbar begonnene Spielzeit hatte sowohl für Rosenheim aus auch für Kirchanschöring ein glückliches sportliches Ende: Der SBR stieg mit Coach Werner und Spieler Spreitzer im Frühjahr 2011 in die Bayernliga auf, Kirchanschöring schaffte mit Heberle als Teil des Trainer-Duos gemeinsam mit Robert Berg den Sprung in die Landesliga.

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