„Komplett über den Haufen geworfen“

von Redaktion

Burghausen jubelt, 1860 Rosenheim geschockt: 8:0 dritthöchstes Regionalliga-Resultat

Burghausen – So ein Fußballfest hat der SV Wacker Burghausen schon lange nicht mehr erlebt: Mit 8:0 fertigte die Mannschaft von Trainer Leo Haas am Dienstagabend vor knapp 1000 Zuschauern den am Ende desolaten TSV 1860 Rosenheim ab und feierte so ihren höchsten Regionalliga-Sieg. Insgesamt der dritthöchste Sieg in der Regionalliga Bayern überhaupt nach dem 12:0 des FC Augsburg II im Juli 2016 gegen Seligenporten und dem 10:0 des FC Ingolstadt II im Mai 2019 in Heimstetten.

„Unser Ziel war es nach dem Unterhaching-Spiel nahtlos an diese Leistung anzuknüpfen. Das ist den Jungs super gelungen, sie haben zielstrebig bis zum Ende gespielt. Mit der Chancenauswertung bin ich zufrieden. So viel haben wir in diesem Spiel nicht falsch gemacht. Aber jetzt heißt es für uns, das Team auf die nächste schwere Aufgabe in Bayreuth vorzubereiten“, gab sich Haas trotz des Torfestivals nicht überschwänglich, wohl wissend, dass es für den Kantersieg auch nicht mehr als drei Punkte gibt.

Das hatten wir uns natürlich ganz anders vorgestellt, aber letztlich geht das Ergebnis auch in dieser Höhe in Ordnung“, musste Rosenheims Trainer Florian Heller ohne Umschweife zugeben, zumal seine Mannschaft in der Defensive viel zu pomadig agiert hat: „Nach dem frühen Rückstand war es bei den technischen Voraussetzungen, die Burghausen mitbringt, schwer für uns zu verteidigen. Schade, weil wir uns die letzten zwei Wochen etwas aufgebaut haben, was jetzt komplett über den Haufen geworfen wurde.“

Burghausen startete fulminant und ging bereits in der vierten Minute nach weitem Einwurf des Ex-Rosenheimers Moritz Moser und Kopfball-Verlängerung von Felix Bachschmid durch Christoph Maier in Front. Beim zweiten Treffer von Maier, der nach Flanke von Noah Agbaje im zweiten Versuch traf, sah die Rosenheimer Abwehr ganz schlecht aus (16.). Dem trocken abgeschlossenen 3:0 aus 25 Metern durch Robin Ungerath ging ein Abspielfehler von Keeper Stefan Schönberger voraus (43.), auf der anderen Seite hatte Christoph Fenninger nach einem Fehlpass von Kevin Hingerl zuvor großes Pfostenpech (20.).

Seinen vierten Treffer im dritten Spiel erzielte Ungerath, als er in der 55. Minute Tim Kießling den Ball abluchste und aus 14 Metern flach neben dem Pfosten einnetzte. Nur eine Minute später schlug Maier nach einem Flankenlauf und präzisem Zuspiel von Agbaje aus fünf Metern zum dritten Mal zu, ehe Denis Ade mit einem herrlichen Freistoß aus 22 Metern das 6:0 folgen ließ (70.). Gegen völlig demoralisierte Rosenheimer machten die Joker Jerome Läubli (73.) nach guter Einzelleistung und Andre Leipold (85.) nach Pass von Hingerl das schlimme Debakel der Gäste perfekt – für Läubli und Leipold waren es die Premierentreffer in der Regionalliga Bayern.

„Eine überragende Leistung der Mannschaft und des Trainerteams. Mich freut, dass sich die Mannschaft endlich für den großen Aufwand belohnt hat. Wenn man betrachtet, dass die heutigen Torschützen alle unter 23 Jahre alt sind, zeigt sich, dass wir einen guten Weg eingeschlagen haben“, so WBFG-Geschäftsführer Andreas Huber.

SV Wacker Burghausen: Schöller – Schulz (ab 56. Leipold), Hingerl, Walter, Moser (ab 56. Läubli) – Maier (ab 69. Kikuchi), Ade, Reiter, Agbaje – Bachschmid (ab 75. Mazagg), Ungerath (ab 69, Ammari).

TSV 1860 Rosenheim: Schönberger – Benz, Kießling (ab 64. Jesse), Wallner (ab 56. Shabani), Sattelberger – Demolli, Salihu (ab 56. Kuchler), Schiedermeier (ab 46. Majanovic), Steinherr – Majdancevic, Fenninger (ab 79. Marinkovic).

Schiedsrichter: Wörz (TSV Friesenried).

Zuschauer: 850.

Tore: 1:0 Maier (4.), 2:0 Maier (16.), 3:0 Ungerath (43.), 4:0 Ungerath (55.), 5:0 Maier (56.), 6:0 Ade (70.), 7:0 Läubli (73.), 8:0 Leipold (85.).

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