Mein Tag beginnt um 6.30 Uhr mit einem ausgiebigen und hervorragenden Buffet. Anfänglichen Informationen, das Essen in Japan sei gewöhnungsbedürftig, kann ich nur widersprechen. Wir bekommen hier eine große Auswahl an Gerichten aus aller Welt!
Die Verpflegung ist extrem wichtig für die Athleten und deren Leistung. Ein großes Glück ist es auch, dass das Cycling Village nicht in derselben Präfektur wie das olympische Dorf liegt. Präfekturen sind vergleichbar mit unseren Bundesländern, so gibt es länder- beziehungsweise präfekturübergreifend andere Gesetzeslagen. Das Problem, das die Athleten im olympischen Dorf oder zum Teil die Journalisten haben, die in Hotels untergebracht sind, dass sie ihr Gebiet höchstens für 15 Minuten am Tag verlassen dürfen, haben wir nicht. Die Präfektur Shizuoka ist 120 Kilometer von Tokio entfernt. Hier steht nicht nur unser Cycling Village, sondern auch das Izu Velodrome, in dem die Bahnradsport-Wettkämpfe stattfinden werden. Mit einer Länge von 250 Metern ist es die erste Radrennbahn in Japan, die internationalen Standards entspricht. Ich habe Max Levy und Emma Hinze dorthin zum Training begleitet. Wir haben die Strecke unter die Lupe genommen. Nach einem biomechanischen Check von mir ging es für beide raus auf die Bahn. Alles ist im Lot! Ein schöner Lichtblick ist auch die folgende Nachricht: Zum Wettkampf sind sogar ein paar Zuschauer erlaubt.
Bis jetzt konnte das „Team D“ im Radsport vielleicht nicht allen Erwartungen gerecht werden und noch keine Medaillen sichern. Wir freuen uns dennoch mit den Athleten über ihre sehr guten Leistungen. Lisa Brennauer hat mit einem zweimaligen sechsten Platz im Straßenrennen und Einzelzeitfahren eine ganz großartige Leistung vollbracht! Wie sie bei 30 Grad über den Kurs um die Teststrecke des Autoherstellers Toyota gerast ist, war unglaublich.
Hansi Friedl, Physiotherapeut und Geschäftsführer von Corox in Edling, begleitet das Team der deutschen Bahnradfahrer bei den Olympischen Spielen.