Bittere Entscheidung für Traunsteins Ringer: Vorzeitiger Saisonabbruch

von Redaktion

TVT-Abteilungschef Hille: „Mehrere Corona-Fälle in der Abteilung zwingen uns zu dem Schritt“– Ringer-Verband macht weiter

Traunstein – Vorzeitiges Ende der Wettkampfsaison der Traunsteiner Ringer: Abteilungsleitung, Trainer und Förderverein haben sich in Abstimmung mit den Aktiven vorzeitig für eine Beendigung der noch nicht zu Ende gerungenen Mannschaftssaison für Männer (Landesliga Süd) und Jugend (Bezirksliga Inn/Chiem) entschieden.

Die Gründe liegen in den ausufernden Corona-Zahlen in der Region, die auch vor der Ringerabteilung nicht halt gemacht haben. Hat die Abteilung doch seit zwei Wochen infizierte Sportler zu beklagen, die dem TVT bereits am letzten Kampftag (der Auswärtskampf in Kelheim wurde verschoben und nunmehr ganz abgesagt) länger fehlen werden und zu der ohnehin schon vorhandenen Verletztenliste bei dünner gesamter Aktivendecke dazukommen. Während der Verband nach einer entsprechenden Sitzung am Mittwoch und einem mehrheitlich positiven Votum der Mehrzahl der Vereine beschlossen hat, an dem Ligabetrieb, der gut zur Hälfte vorbei ist, festzuhalten, zieht der TVT in dem desaströsen medizinischen Dreiklang von roter Krankenhausampel, einer Sieben-Tage-Inzidenz von aktuell fast 1000 für den Landkreis Traunstein und einem landesweit ausgerufenen Katastrophenfall die Reißleine. „Unsere Entscheidung ist sportlich bitter für uns und unsere Ringerfans und letztlich wird unser Sport weiter Schaden daran nehmen“, betont TVT-Abteilungschef Hartmut Hille, fügt aber hinzu: „Für uns ist die vorzeitige Beendigung alternativlos.“ Hätte die jetzt getroffene Verbandsregelung doch bedeutet, dass der TVT bereits am Samstag sowie am folgenden Wochenende Ringer hätte einsetzen müssen, die erst wenige Tage zuvor von einer Corona-Erkrankung genesen sind. „Da geht die Gesundheit der Sportler vor, wir werden keine Ringer nach einer solchen Infektion ohne Pause, kontrolliertem Aufbautraining sowie positiven sportlichen Fitnesstests auf die Matte schicken, ganz zu schweigen davon, ob wir in diesen Tagen vor dem Risiko unkontrollierter Ansteckungen publikumswirksame Heimkämpfe durchführen sollten.“

Die Ringer werden durch die ausufernden Corona-Zahlen nunmehr bereits im zweiten Jahr hintereinander um die Austragung eines geordneten Ligabetriebes gebracht, viel Arbeit und Energie, die man in die sportliche wie auch organisatorische Vorbereitung gesteckt hat, sind damit weitgehend verpufft.

„Wir haben uns gut auf die Saison vorbereitet und nunmehr macht uns Corona einen Strich durch die Rechnung“, zeigt sich auch Cheftrainer Petar Stefanov enttäuscht über die Situation und fügt hinzu: „Mir tun unsere Sportler leid, die sich in Training und Wettkämpfen reingehängt haben und nun schon im zweiten Jahr ihren Sport nicht in gewohnter Form ausüben können.“ Ein ganz besonderes Augenmerk hat er dabei auf den über zwölfjährigen Nachwuchs. „Natürlich werden wir uns um jeden Einzelnen bemühen, aber die Realität wird letztlich sein, dass der eine oder andere junge Ringer seinen Sport vermutlich aufgeben wird. Was das für die langfristige Entwicklung junger Menschen und damit einer ganzen Gesellschaft bedeutet, kann sich jeder ausmalen“ macht sich Stefanov neben der Entwicklung der in diesem Jahr 60 Jahre jungen Ringerabteilung des TVT auch über die zu erwartenden gesellschaftlichen Probleme Sorgen.

Dass Sportarten mit Körperkontakt natürlich gerade auch in Sachen Corona mehr im Fokus stehen wie andere, ist für die beiden TVT-Macher nachvollziehbar und akzeptabel, trotzdem ist die Frustration unüberhörbar, wenngleich beide unisono betonten: „Wir Ringer geben nicht auf und werden das Nachwuchs- und das Erwachsenentraining gemäß der Regelungen der Bayerischen Staatsregierung weiter durchziehen.“ wz

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