„Bald für den Weltcup anbieten“

von Redaktion

Stützpunkt-Biathletin Karolin Horchler im IBU-Cup am Start

Idre – Für das deutsche IBU-Cup-Team ging es mit den Wettkämpfen in Idre (Schweden) erstmals in dieser Saison zur Sache. Das gilt auch für Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld) vom Stützpunkt Ruhpolding. Für die 32-Jährige wird es eine ganz besondere Saison: Denn nach zwei Rippenbrüchen in der Vorbereitung auf die vorherige Saison hatte sie im vergangenen Winter keinen einzigen Wettkampf bestreiten können.

Das erwies sich zuletzt bei den Qualifikationswettkämpfen zum Weltcup und IBU-Cup auch in gewisser Weise als Handicap. Denn beim ersten Sprint in Obertilliach hatte sie noch fehlerfrei geschossen und dank einer ebenfalls guten Laufzeit den zweiten Platz belegt. „Da war ich super zufrieden, zumal ich vor dem Rennen ganz schön aufgeregt war, weil es mein erster Wettkampf nach langer Zeit war“, berichtet sie. „Nur leider ist dann der Druck bei mir ein bisschen abgefallen.“

Was eigentlich gut klingt, wurde zum Nachteil: Sie konnte kaum schlafen. „Das, was emotional bei solchen Rennen passiert, das hatte ich lange nicht mehr. Und daher habe ich nicht das richtige ‚An- und Abschalten‘ geschafft“, berichtet sie. Die Folge: Tags darauf konnte sie „die Spannung nicht hochfahren“: Die Laufzeit passte zwar dennoch relativ gut, aber im Schießen unterliefen ihr zwei Fehler, die erheblich Zeit kosteten – so gab’s „nur“ Rang 13. Damit hatte sie den direkten Sprung in den Weltcup verfehlt, konnte aber gerade im ersten Sprint viel Selbstvertrauen sammeln. „Meine Traumvorstellung wäre zwar die direkte Weltcup-Qualifikation gewesen, aber jetzt muss ich mir halt erst einmal im IBU-Cup die Wettkampf-Routine holen. Ich bin ganz zuversichtlich, dass ich mich möglichst bald für den Weltcup anbieten kann.“

Denn dort geht es für sie dann darum, sich für die Olympischen Spiele in Peking (China) zu qualifizieren. „Die Saison ist noch lang, ich bin ganz optimistisch“, sieht Horchler gute Chancen für sich. Zudem möchte sie sich möglichst auch für einen Platz in der deutschen Olympia-Staffel empfehlen. Denn in der Staffel besteht für sie die größte Chance auf Edelmetall – so wie bei der WM 2020 in Antholz (Italien), als sie Mitglied der deutschen Silber-Staffel war. Es war Horchlers bis dato größter sportlicher Erfolg – und an den will sie anknüpfen.

Am liebsten will sich die Sportsoldatin gleich bei den Rennen in Idre in guter Form zeigen. Von den Bedingungen vor Ort ist die 32-Jährige jedenfalls angetan: „Es ist zwar nicht ganz so viel Schnee hier, aber die Strecke ist gut beinander, und im Training ging es auch mit dem Wind, nachdem es tags zuvor noch stürmisch war“, berichtet sie.

Die Vorbereitung auf diesen Winter verlief jedenfalls fast nach Wunsch. „Ich hatte nur Anfang Oktober mal einen kleinen Infekt, das hat mir ungefähr einen Trainingsausfall von einer Woche beschert.“ Das sei kein großes Problem, zumal sie beim Training auf ihr bewährtes Programm gesetzt habe. Ebenfalls erfreulich: Sie war auch bei den Lehrgängen des DSV-Teams in der Höhe dabei, die eine optimale Einstimmung auf die Höhenlage in Peking sein sollen.

Auch in dieser Hinsicht ist Karolin Horchler also für die Olympischen Spiele gerüstet. Jetzt gilt es für sie, sich im Saisonverlauf so zu präsentieren, dass sie dann auch wirklich an den Winterspielen teilnehmen darf. Sollte sie dort nach einem zweiten Platz mit der Staffel (16. Februar 2022) auch kaum schlafen können, wäre das wohl leicht zu verschmerzen – zumal der nächste Wettkampf (Massenstart) erst drei Tage später stattfindet… who

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