Tomaszow Mazowiecki – Was für eine hervorragende Leistung: Eisspeedway-Pilot Luca Bauer (Reit im Winkl) hat sich bei der Europameisterschaft in Tomaszow Mazowiecki (Polen) überraschend die Bronzemedaille geholt. Der 23-Jährige musste sich im Finale nur dem neuen Titelträger Nikita Bogdanow (Russland) und dem Schweden Ove Ledström geschlagen geben.
Auf der Eisbahn in Polen wurden zunächst die üblichen Vorläufe ausgetragen. Der Auftakt des Reit im Winklers war dabei enttäuschend: „Mein erster Lauf war eher schlecht. Das war wieder einmal vor allem eine Kopfsache“, berichtet er. Daher „habe ich schon befürchtet, dass es wieder nicht klappt – aber ab dem zweiten Lauf ging es dann super“, freut sich Bauer. Er fuhr sogar noch zwei Laufsiege ein und brachte es insgesamt auf zehn Punkte aus den Vorläufen.
In diesen hatten Nikita Bogdanow mit dem Punktemaximum (15 Punkte) und Ove Ledström (14) die meisten Zähler erreicht und zogen automatisch in den Endlauf ein. Die restlichen zwei Final-Teilnehmer ermittelten die Fahrer auf den Plätzen drei bis sechs in einem Lauf. Hier traten EM-Titelverteidiger Dimitri Soljannikow (Russland/13), Harald Simon (Österreich/12), Luca Bauer und der Schwede Albin Lindblom (je 10) an.
„Am Start war ich Dritter. In der letzten Runde bin ich dann in der vorletzten Kurve außen an Harald Simon vorbeigekommen und konnte diesen zweiten Platz bis ins Ziel halten“, berichtet Bauer. Im Finale war Bauer nach dem Start zunächst nur Vierter. Das russische Duo Bogdanow und Soljannikow lieferte sich an der Spitze einen harten Zweikampf, bis Soljannikow in die Strohballen rutschte. Das Rennen musste abgebrochen werden, Soljannikow wurde als Sturzverursacher disqualifiziert. So stand Bauers Medaillengewinn schon vor dem Wiederholungslauf fest, in dem sich wiederum Bogdanow an die Spitze setzte.
Auf der Bahn in Polen war Bauer schon im vorigen Jahr bei der EM gefahren, damals allerdings weniger erfolgreich. „Die Veranstalter haben das bärig gemacht“, lobt er die Bedingungen.
Der 23-Jährige, der weiterhin mit italienischer Lizenz fährt, war im Vorfeld mit seinem Cousin nach Schweden gereist, um sich dort auf die EM vorzubereiten. Nach der Rückkehr war Bauer gerade mal zwei Tage zu Hause, anschließend ging’s auf die 950 km lange Reise nach Tomaszow Mazowiecki. Diesmal war auch Lucas Vater Günther Bauer dabei, „und vor allem, wenn an der Maschine noch etwas zu verbessern ist, weiß er halt einfach super Bescheid“, freut sich der 23-Jährige über diese Unterstützung. Nach Schweden geht es für Bauer wieder nach Weihnachten. „Das passt gut, weil ich am 7. und 8. Januar in der schwedischen Liga mitfahren darf“, freut er sich über Rennpraxis.
Diese sammelte in Polen auch Hans Weber (MSC Teisendorf), doch für ihn verlief die EM unglücklich. Der 37-Jährige wurde gleich in seinem ersten Lauf von einem Konkurrenten gerammt, hatte danach auch technische Probleme. So war nicht mehr drin als der 13. Platz – normalerweise wäre Weber eher ein Kandidat für den Endlauf gewesen. who