Es wird nichts dem Zufall überlassen – unter diesem Motto steht bei Schwedens Biathlon-Cheftrainer Johannes Lukas das Unternehmen Olympische Spiele in Peking. So ist der 28-Jährige bereits seit mehr als einer Woche mit seinem Team im Reich der Mitte. „Wir wollten so früh wie möglich aufbrechen, es sind wegen Corona eine Reihe von Tests notwendig. Dazu möchten wir uns frühzeitig an die Verhältnisse gewöhnen“, so Lukas.
Sportlich ist es für das schwedische Team im bisherigen Verlauf des Weltcups bestens gelaufen, 21 Podestplätze stehen bisher zu Buche. Zuletzt beim Weltcup in Antholz schickten die Schweden ein B-Team nach Südtirol. Der Olympiakader traf sich zum Trainingslager in Martell. „Wir wollen alles tun, dass sich keiner aus dem Team mit Corona infiziert“, so der Münchner mit Traunsteiner Wurzeln.
Vom schwedischen Verband gibt es die Vorgabe, zwei Medaillen zu holen. Dabei kann er vor allem auf die Schwestern Elvira und Hanna Öberg bauen, bei den Männern auf Sebastian Samuelsson und Martin Ponsiluoma. „Derzeit läuft es richtig gut, aber Olympia hat eigene Gesetze. Für eine olympische Medaille braucht es einen perfekten Tag“, weiß der junge Trainer, der 2019 die Nachfolge vom Ruhpoldinger Wolfgang Pichler antrat.
Mittlerweile hat Lukas seinen Vertrag bei den Skandinaviern um vier Jahre verlängert. Der 28-Jährige sagt: „Ich habe einfach ein super Team hier. Nachdem klar wurde, dass alle weitermachen, habe ich gemerkt, dass ich dieses Team noch nicht verlassen will. Wir können die nächsten Jahre hier noch viel entwickeln. Die Mannschaft ist für mich wie eine zweite Familie, ich freue mich auf die nächste Zeit.“ Der Vertrag gilt bis zu den Olympischen Spielen 2026. Mit der Unterzeichnung enden auch alle Spekulationen um Lukas, dem mehrere Anfragen vorlagen, unter anderem auch vom Deutschen Ski-Verband (DSV).
Oft wird Lukas als „Nagelsmann des Biathlons“ bezeichnet. Schließlich hat er durch sein Trainingssystem auch Erfahrungen im Fußball-Nachwuchs von 1860 München gemacht. Der Seglerin Tina Lutz hat er mit seinem Trainingsprogramm geholfen, dass sie bei Olympia 2021 in Tokio die Silbermedaille gewinnen konnte. Darum könnte er es sich schon vorstellen, später einmal die Sportart zu wechseln und dort als Trainer zu arbeiten. Im nächsten Sommer plant er ein Praktikum beim Fußball.shu