Töging – Olympische Spiele gibt es in der Regel nur alle vier Jahre. Für Alexandra Burghardt aus Töging stehen jetzt die zweiten Olympischen Spiele innerhalb von sechs Monaten an. Nach den Sommerspielen 2021 in Tokio, wo die 27-Jährige als schnellste deutsche Frau im Sprint an den Start ging, fährt sie nun als Bob-Anschieberin zu den Winterspielen in Peking. Wie schwierig die Umstellung von Sprint auf Bobfahren ist, welche Hoffnungen sie hat und ob sie komplett in den Bob umsteigt, erklärt Burghardt im Interview.
Das Interesse aus dem Bobsport besteht schon länger. Warum haben Sie sich genau jetzt dafür entschieden?
Das liegt vor allem an der vergangenen Saison, die für mich bestens verlaufen ist. Zuvor wollte ich nicht in eine andere Sportart gehen, bevor ich überhaupt meine eigene auf die Reihe bekomme (lacht). Und jetzt hatte ich einfach ein super Gefühl.
Wie waren die ersten Fahrten im Bob?
Es geht. Ich bin ja auch ohne jegliches Wissen rangegangen. Bei der Bahnbesichtigung mit Mariama Jamanka hat sie mir einiges erklärt, was für sie selbstverständlich war, ich aber noch nie gehört habe. Beim Bobfahren gibt es so viele Dinge, die man beachten muss, wo man aber keine Ahnung hat, wenn man es nur im Fernsehen sieht. Wir haben jetzt sehr viel trainiert und ich fühle mich fit und gut vorbereitet. Zudem habe ich mit Mariama einen Profi an meiner Seite.
Wie groß ist der Unterschied zwischen Sprinten auf der Tartanbahn und auf Eis?
Tatsächlich kaum. Der große Unterschied ist, dass ich jetzt ein Gerät vor mir habe und die Kraft auf den Bob übertragen muss. Bei den ersten Läufen bin ich mehr mit dem Bob mitgelaufen als wirklich anzuschieben.
Welche Erwartungen haben Sie?
Ich versuche, meinen Job zu machen und beim Rest vertraue ich Mariama – schließlich ist sie die Expertin, und ich weiß, dass ich ihr voll vertrauen kann. Wir werden sehen, was rauskommt.
Werden Sie danach wieder in den Sprint gehen oder weiterhin im Bob bleiben?
Ich werde wieder nur sprinten. Im Sommer stehen da einige Höhepunkte für mich an. Das war auch so klar kommuniziert, dass es ein einmaliger Ausflug sein wird. Klar, sag niemals nie, aber das ist so ausgemacht. Interview: Leon Simeth