Prien/Amerang – Die unfehlbaren Auer, die effektiven Priener, die erfahrenen Ostermünchener oder doch die offensiv fulminanten Raublinger – wer entscheidet das Meisterrennen in der Fußball-Kreisliga 1 für sich, wer schafft es auf den Relegationsplatz? Der SVO wie auch die Chiemseer sind vor heimischem Publikum gegen den FC Grünthal respektive den ASV Großholzhausen zum Siegen verdammt. Derweil könnte es im Abstiegskampf zu den ersten Entscheidungen kommen.
Pünktlich zum Saisonfinale scheint sich der TuS Prien aus dem zwischenzeitlichen Formtief herausgearbeitet zu haben, was die beiden Erfolge gegen den FC Grünthal und die abstiegsbedrohten Vogtareuther unterstreichen. Mit dem ASV Großholzhausen kommt heute, Samstag, ein ganz anderes Kaliber auf die Schützlinge von Spielertrainer Maximilian Nicu zu. In der Rückserie wirken die Gäste zwar noch ein wenig schwerfällig, aber die Mannschaft von Trainer Franz Riepertinger gehört gerade offensiv (41 Tore) zu den gefährlichsten Teams der Liga. Das weiß auch Nicu: „Generell ist in der Schlussphase der Saison kein Spiel mehr zu unterschätzen. Großholzhausen ist definitiv eine schwer zu bespielende Mannschaft.“
Offensiv stottert der Priener Motor seit dem Jahreswechsel – auf der Habenseite stehen fünf Tore nach fünf Spielen. Top-Torschütze Mark Ziemann weilt derzeit in New York, zudem verpasste Spielmacher Nicolai Estermann weite Teile der Vorbereitung. „Ich bin der letzte, der nach Alibis sucht – im Angriff mussten wir uns aufgrund der vielen Ausfälle aber ein Stück weit neu erfinden“, konstatiert der Ex-Bundesligaprofi. Während es für den ASV in der Saison nur noch um ein versöhnliches Ende geht, ist der Aufstieg für die Priener trotz der verlorenen Tabellenführung noch in Reichweite. Am Chiemsee rollt der Ball ab 16.15 Uhr.
Nach dem Sieg des TuS Bad Aibling am vergangenen Wochenende steht der SV Amerang auf einem direkten Abstiegsplatz und im Heimspiel gegen den SV Pang gewaltig unter Druck. In vier Rückrundenpartien brachten es die Ameranger erst auf einen Zähler, wodurch die Nichtabstiegsplätze in weite Ferne gerückt sind. Vor allem offensiv mangelt es der Elf von Daniel Hronek an individueller Klasse – in 21 Spielen trafen die Ameranger nur 16-mal ins Schwarze. Abteilungsleiter und Spieler Florian Grulke nimmt kein Blatt vor den Mund: „Wir haben seit fünf bis sechs Jahren keinen echten Stürmer mehr.“ Darüber hinaus sei das Spiel der Ameranger nicht auf ein offensives Spektakel ausgelegt.
Vom Panger Osterfeuer war im Heimspiel gegen den FC Bosna i Hercegovina Rosenheim kaum etwas zu spüren. Auch in Überzahl schaffte es die Köstler-Elf nicht, zwingend vor dem Tor von Keeper Seid Duranovic aufzutauchen. Mit insgesamt vier Punkten gegen Aibling und Grünthal noch von der defensiven Stabilität profitiert, war die Begegnung mit den Rosenheimern ein Rückschritt für die Truppe von Trainer Karl-Heinz Köstler. Auch mit der Offensivpower der Raublinger waren die Panger im Nachholspiel unter der Woche beim 0:3 überfordert. Der Krisengipfel steigt am Samstag ab 14 Uhr.
Mit einem Sieg im Parallelspiel in Waldkraiburg würden die Raublinger den Druck auf den Tabellenführer Au weiter hochhalten. Wird der Tabellenvorletzte SV Vogtareuth für den Spitzenreiter des ASV Au zum Stolperstein? In Vogtareuth ertönt der Anpfiff am heutigen Samstag um 15 Uhr. Morgen, Sonntag, geht es für den TuS Bad Aibling um die blanke Existenz in der Kreisliga 1 – die Mannen von der Mangfall sind ab 15 Uhr beim FC Bosna i Hercegovina zu Gast. Zeitgleich will der SV Ostermünchen seine Aufstiegshoffnungen am Leben halten – der FC Grünthal ist zu Gast an der Sportanlage Berg.