Stuttgart – Was für ein Rennen von Daniel Bichlmann! Der Radprofi hat die 24. Auflage des Radrennens „Rund um das Hohenheimer Schloss“ gewonnen. „Das war so ein kleiner Lebenstraum von mir“, freute sich der Siegsdorfer, der mittlerweile in Salzburg lebt und für das Team der Maloja Pushbikers startet.
Obwohl sein Rennkalender in den vergangenen Jahren überaus voll war, versuchte Bichlmann, das bekannte Rennen in der Nähe des Stuttgarter Flughafens so oft es ging zu bestreiten. „Es ist einfach eine fantastische Veranstaltung“, berichtete der 33-Jährige, der auch nach wie vor Mitglied des RSV Traunstein ist. „Ich bin dort immer sehr gerne, weil die Atmosphäre toll ist und es ein knallharter Kurs ist.“ Und eben auch, weil Bichlmann im Stuttgarter Stadtteil Hohenheim immer super Ergebnisse eingefahren hat. Er wurde dort laut eigenen Aussagen schon Zweiter, Dritter und Vierter – auch vor neun Jahren stand er dort auf dem Podest. Der Sieger damals hieß Christian Grasmann, der heute Teamchef von Bichlmann bei den Pushbikers ist. Der Sieg gelang ihm dort aber noch nie – bis jetzt! „Ich habe mich jetzt in eine sehr elitäre Siegerliste eintragen können. Das ist mir sehr viel wert“, freute er sich. Bichlmann ergänzte aber auch noch, dass das Rennen in Hohenheim in diesem Jahr nicht ganz so stark besetzt war wie üblich.
Dabei lief seine Saison bisher nicht ganz nach seinen Wünschen. Daniel Bichlmann hat gerade wenig Teameinsätze, auch weil er mittlerweile Vollzeit als Kaminkehrer arbeitet. „Ich organisiere mir aktuell meine Rennen selbst“, erzählte er. „Es gibt in Oberbayern eine ganz coole Reisegruppe, der habe ich mich angeschlossen.“
Er startete so zuletzt bei einigen Amateurrennen. Und während sein erster Einsatz beim Schönberger Kriterium nicht ganz nach Plan lief („da wurde ich nur Zwölfer“), läuft es jetzt bei Bichlmann. „Der Trend zeigt klar nach oben“, freute er sich. „Meine Beine mussten sich erst wieder an so kurze Belastungen gewöhnen.“ Schließlich war er mit seinen Teams in den vergangenen Jahren meist bei größeren Rundfahrten rund um den Globus unterwegs.
Vor Hohenheim war Bichlmann auch noch bei einem Rennen in Nauders am Start, dort wurde er Vierter. Zudem versuchte er sein Glück bei der bayerischen Meisterschaft der Elite in Sonthofen. Am Ende stand er im Allgäu als Dritter am Podest. „Das war auch ganz cool“, betonte er.
Und dann ging es nach Hohenheim. Seine Taktik für dieses Rennen war klar: Er wollte nicht zu früh attackieren. „Aber dann habe ich mich doch wieder verleiten lassen“, lachte er. Drei Mann fuhren in der Spitzengruppe, einer davon musste abreißen lassen – und so hatte Bichlmann nur noch den späteren Zweitplatzierten Wilhelm Buchmüller als Konkurrenten. „Der ist bärenstark“, berichtete der Siegsdorfer. „Aber ich war ihm taktisch überlegen.“
Und letztlich zahlte sich auch Bichlmanns jahrelange Erfahrung aus. Er zwang seinen Gegner dazu, zu früh vor dem Ziel loszusprinten – und so hatte der Siegsdorfer Profi am Ende leichtes Spiel und fuhr als Erster über die Ziellinie. Damit fügte Bichlmann seiner langen Liste an Erfolgen einen weiteren hinzu. „Ich bin total glücklich.“ bst