Kiefersfelden – Noch nie in der Geschichte des WSC Kiefersfelden-Rosenheim hat der Verein so viele Medaillen bei einer Jugend-Europameisterschaft im Wasserski erreicht wie in diesem Jahr. Gleich mit elf Medaillen im Gepäck sind die jungen Nachwuchsläufer vom Hödenauer See nach Hause zurückgekehrt. Absolutes Highlight dabei war der Kombinationssieg von Clara Miserok in der Damenklasse U15.
Miserok zeigte in allen drei Disziplinen so herausragende Leistungen, dass sie am Ende in der rechnerischen Kombination die Goldmedaille für Deutschland erringen konnte. Mit zwei Silbermedaillen im Slalom und in der Kombination der Männer U19 konnte auch Kay Strohmeier erneut seine tolle Form beweisen. Dazu erreichte er auch mit dem Team zusammen mit Robert Lengsfeld und Jakob Huber die Bronzemedaille. Im Team der U15 gab es für Clara Miserok, Fynn Strohmeier, Jakob Huber und Robert Lengsfeld eine Silbermedaille.
„Wir wussten, dass wir einige Medaillenchancen haben werden. Dass es aber nun sage und schreibe elf Medaillen werden, hätten wir nie geträumt“, so Jana Wittenbrock, Co-Betreuerin des Jugendteams. „Alle acht Läufer haben tolle Leistungen gezeigt und wir haben uns in der Breite zum vergangenen Jahr erheblich verbessert. Für uns ist es wichtig, dass alle sich Jahr für Jahr verbessern. Dies haben wir in diesem Jahr eindrucksvoll bewiesen und wir freuen uns über jede Medaille.“ In der Klasse U15 der Männer war Fynn Strohmeier mit zwei Bronzemedaillen der erfolgreichste Teilnehmer des WSC Kiefersfelden-Rosenheim. Bereits im Vorlauf Slalom zeigte er seine aufsteigende Form und fuhr mit 3,5 Bojen ein beachtliches Ergebnis.
Mit 3600 Trickskipunkten und einer Weite von 29,5 Metern durfte er sich somit über eine Bronzemedaille in der Kombination sowie im Slalom freuen. Jakob Huber begeisterte dagegen mit einem souveränen Tricklauf, der gleich vier verschiedene Salti enthielt. Über die Bronzemedaille freute sich der Oberaudorfer besonders, da er in den Wochen vor der EM extrem hart an seiner Trickperfomance gearbeitet hat. Anuk Pilgram konnte sich sowohl im Trick als auch im Slalom gut behaupten und sich für zwei Finale qualifizieren. Dann kam allerdings eine kleine Erkältung mit leichtem Fieber dazu. Pilgram biss sich aber durch und landete im Trick mit 3010 Punkten auf Platz fünf. Der erst zwölfjährige Simon Lengsfeld dagegen fuhr bei seiner ersten EM drei hervorragende Ergebnisse und freute sich im Slalom über Platz acht. Robert Lengsfeld verpatzte den Slalom komplett. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch konnte er dies mit einer Bronzemedaille im Springen wettmachen. Kay Strohmeier, der erstmals in der Klasse U19 starten musste, konnte sich gut behaupten. Den Slalomvorlauf gewann er sogar mit einer Weltklasseleistung von 2,5 Bojen am 10,75 Meter kurzen Seil, was ihn ins Finale der Offenen Klasse Männer gebracht hat. Im Finale hatte er dann einen kleinen Fahrfehler an der Zwölf-Meter-Leine, landete aber trotzdem auf Rang zwei. Im Springen konnte er seine persönliche Bestmarke auf 41,6 Meter steigern, was ihm in der Kombinationswertung ebenfalls die Silbermedaille bescherte.
In der Klasse der Damen U15 waren die beiden Miserok-Schwestern am Start. Die erst zehnjährige Nina Miserok präsentierte sich mit einer hervorragenden Technik. „Wenn Nina in den nächsten Jahren so weiter trainiert und dann körperlich auch mithalten kann, werden wir mit ihr noch sehr viel Spaß haben und weitere Erfolge feiern können“, so Jana Wittenbrock, die das Team mitbetreute.
Clara Miserok dagegen wuchs über sich hinaus. Sie schaffte den Einzug in alle drei Finale. Bereits im Slalom zeigte sie, dass sie ein starkes Nervenkostüm hat, und fuhr auf Rang drei. Motiviert von ihrer ersten Medaille verbesserte sie sich auch im Trickfinale um ein paar Punkte, sodass vor dem Springen klar war, dass mit einer Leistungssteigerung die Goldmedaille in der Kombination möglich wäre. Völlig unbeeindruckt von dieser Drucksituation ging die junge Läuferin vom Hödenauer See ans Werk und katapultierte sich mit einer persönlichen Bestleistung im Springen zur Goldmedaille in der Kombination. Bronze im Springen wurde in diesem Riesenjubel des deutschen Lagers fast übersehen. re