Bruckmühl – Mike Probst ist ruhig und entspannt. Einen früheren Bundesliga-Torhüter – zwei Spiele für den FC Bayern – kann ein Top-Spiel in der Fußball-Landesliga Südost nicht erschüttern. Der SV Bruckmühl, seit Sommer unter der Leitung von Trainer Probst, empfängt den TSV Ampfing, an der Mangfall duellieren sich der Tabellenerste und der schärfste Verfolger. Vor diesem Spiel sprach Probst exklusiv mit der OVB-Sportredaktion und erklärt die bisherige Saison des SVB.
Am 15. Spieltag bestreitet der SV Bruckmühl ein Spitzenspiel um Rang eins – hätten Sie sich das vor Saisonbeginn erträumt?
Im Fußball ist es immer schwierig, mit Prognosen zu arbeiten. In der vergangenen Saison hat sich Bruckmühl erst zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt gesichert, da hat man sicherlich nicht davon ausgehen können, dass man wie Phönix aus der Asche zum Spitzenreiter aufsteigt. Zumal es ja kein einfacher Start mit drei Niederlagen war. Da konnte man aber aufgrund von Verletzungen und Urlauben nichts anderes erwarten. Als sich das gelegt hatte, hat man schon erkannt, dass wir etwas erreichen können.
Es war ja ein turbulenter Sommer in Bruckmühl in Sachen Trainerfrage. Wie haben Sie den SVB vorgefunden?
Es war logisch, dass die Spieler nicht gerade mit dem größten Selbstvertrauen ausgestattet waren. So etwas geht an einem ja auch nicht spurlos vorbei, zumal man ja in den letzten vier Spielen der letzten Saison auch Erfolg hatte. Aber man hat schon gesehen, dass die Mannschaft Schlagkraft besitzt.
Wie war dann Ihre Herangehensweise?
Ich habe nicht so viel von meinem Führungsstil verändert, man muss ja auch versuchen, authentisch zu sein, um das Vertrauen der Spieler zu gewinnen. Natürlich musste man nach den drei Niederlagen zu Beginn auch mal deutliche Worte fallen lassen, zudem haben wir das ein oder andere taktisch umgestellt.
Hat Ihnen in dieser Situation Ihre große Erfahrung als Spieler und Trainer geholfen? Sie dürfte wohl nichts mehr überraschen!
Klar. Aber letztlich muss man seine Linie beibehalten und 20 oder 24 Spieler auch individuell packen können. Am Ende steht die Individualität aber im Zusammenhang mit dem Mannschaftsgefüge. Die erste Phase war nicht immer leicht, aber wir haben das ganz gut hinbekommen. Wenn jeder bei sich bleibt und seine Aufgabe erfüllt, dann ist man auf einem guten Weg.
Was sind denn aktuell die großen Stärken Ihrer Mannschaft?
Wenn man so eine Serie spielt, dann hat das auch mit Qualität zu tun. Wir hatten sicherlich den Luxus, dass wir einige Spiele hintereinander mit fast der gleichen Aufstellung spielen konnten. Aber es hat sich auch innerhalb des Kaders etwas getan. In Kirchheim haben sich drei Spieler in die Torschützenliste eingetragen, die bislang dort noch nicht so aufgefallen sind. Wir haben da auch den Weitblick auf den gesamten Kader gehabt und uns nicht auf einen elitären Kreis von 14, 15 Spielern konzentriert.
Nun kommt der TSV Ampfing, der nur einen Punkt weniger auf dem Konto hat. Was macht den Gegner aus?
Ampfing ist seit acht Spielen ungeschlagen, das ist ähnlich wie bei uns. Auch da gab es einen problematischen Saisonstart. Ampfing hat eine teils sehr erfahrene Truppe mit einem Trainer, den ich sehr schätze und auf den ich mich sehr freue, ihn wiederzusehen.
Was wird entscheidend sein?
Wie im Fußball schon immer bei solchen Spielen: die Kleinigkeiten. Beide Mannschaften werden sich wohl mit Respekt begegnen und es kommt dann darauf an, wer weniger Fehler macht. Meine Mannschaft hat keinen Druck, sie soll mit Spaß reingehen und das Spiel genießen.
Aktuell stehen für den SV Bruckmühl 28 Punkte zu Buche – Punkte gegen den Abstieg oder als Grundstein für mehr?
Es gibt ja immer die ominöse 40-Punkte-Geschichte, die von den Vereinen ausgerufen werden, wenn es gegen den Abstieg geht. Klar ist das erst einmal unser vorrangiges Ziel. Aber der erste Platz ist ja auch der erste Nichtabstiegsplatz!