Mühldorf – Wenn die Volleyballer des TSV Mühldorf an diesem Wochenende gleichzweimal Heimrecht in der 2. Bundesliga haben, dann steht ein frischgebackner Vize-Weltmeister auf der Seitenlinie. Zwar hat es nicht ganz zum Titelgewinn gereicht, doch Chef-Trainer Michi Mayer sicherte sich mit dem deutschen Ü35-Volleyball-Team immerhin den zweiten Platz, nachdem das Nationalteam knapp mit 23:25 und 23:25 gegen Estland verlor. „Etwas ärgerlich“, sagt Mayer, „wir hätten es gewinnen können. Aber hilft nichts!“
Hätte, hätte – das soll an diesem Wochenende nicht gelten, denn die Mühldorfer Volleyballer wollen endlich ihren ersten Saisonsieg feiern, wenn am Samstag um 19 Uhr der TSV Mimmenhausen in der Nutz-Arena aufschlägt und am Sonntag um 16 Uhr die YoungStars aus Friedrichshafen zu Gast sind. Erst Goliath, dann David sozusagen. Denn Mimmenhausen ist aktuell Dritter, Friedrichshafen Letzter. Mimmenhausen hat einen sehr guten Saisonstart hingelegt, drei Siege stehen bereits auf der Habenseite der Württemberger. Ein Angstgegner also für Mühldorf? Mayer schüttelt den Kopf. „Letzte Saison haben wir sie einmal geschlagen“, fällt ihm dazu schulterzuckend als Antwort ein. Klar müsse man sich auf ein top-organisiertes und eingespieltes Team einstellen, das mit Federico Cipollone einen der besten Zuspieler der Liga in seinen Reihen hat. „Mimmenhausen hat eine sehr starke Annahme, ist ebenso stark in der Abwehr und stellt einen ruhigen, aber dennoch nicht weniger gefährlichen Block.“
Und über die Qualitäten der Angreifer braucht man gar nicht zu reden. Wenn Michi Mayer sagt, er wäre froh, wenn Spielertrainer Christian Pampel mit seinen 43 Jahren nicht spielen würde, zeugt das schon von großem Respekt, den der Mühldorfer Coach gegenüber dem Team und der Arbeit des gegnerischen Coaches hat. Doch Mühldorf sei gewappnet, sagt Mayer selbstbewusst. „Wir haben sehr gut trainiert diese Woche. Vor allem beim Aufschlag ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen“, so Mayer weiter.
Wie will Mühldorf den Mimmenhausern begegnen? Keine Änderung, so viel lässt Mayer schon raus, wird es wohl auf der Position des Liberos geben. Felix Schinko wird diesen Part übernehmen. Im Angriff hadert Mayer noch. Tom Brandstetter ist als sicherer Außen-Annahmespieler gesetzt, wer sein Co. auf der Diagonalen sein wird, steht noch nicht fest. Fritz Vähning und Kilian Nennhuber hätten sehr gut trainiert und überzeugen auch mit einem effektiven Aufschlag. Beide sind aber auch Kandidaten für die Position des Diagonalangreifers, auf der bisher Fabian Bartsch stand. „Ich hätte Fabian viel lieber über Außen, weil ich glaube, dass er uns auf dieser Position mehr Punkte bringen kann. Aber er ist aktuell der Einzige, der auf der Eins im Rückraum ordentlich Druck macht!“ Auch für die Mitte hat sich Mayer noch nicht endgültig entschieden. Neuzugang Lauritz Jastrow hat sich gut eingefügt, er überlegt noch, ob David Fecko oder Flo Gschwendtner spielen wird. Leo Tille ist am Samstagabend aus privaten Gründen nicht mit dabei, wird aber wohl am Sonntag wieder mit am Start sein. Das birgt am Samstag das Problem, dass Mayer mit Alex Brandstetter nur einen Zuspieler zur Verfügung hat. „Damit ist die Situation aber nicht viel anders als in der vergangenen Saison“, nimmt das Mayer gelassen.
Dass am Sonntag mit der jungen Truppe aus Friedrichshafen fest drei Punkte einkalkuliert werden könnten, weil es sich beim Gegner um unerfahrene Jugendliche handelt, davor warnt Mayer. „Es handelt sich um talentierte Auswahlspieler, die bis zu zehn Mal in der Woche trainieren.“ Das sei keine Gurkentruppe. Sicherlich noch zu unerfahren, um ein Spielniveau bis zum Schluss durchhalten zu können. „Aber das heißt nicht, dass das Spiel ein Selbstläufer wird.“, so Mayer weiter, der sich nach dem ersten Punktgewinn sehnt.
Dass die Halle am Wochenende voll wird, dafür hat die Volleyballabteilung im Vorfeld alles getan. Beim Heimspiel gegen den TSV Mimmenhausen bekommen alle Auszubildenden und Studierenden gegen Vorlage ihres Azubi- beziehungsweise Studentenausweises freien Eintritt sowie ein Freigetränk. Am Sonntag gegen Friedrichshafen ist dann Tag der Vereine. Vereinsgruppen von fünf Personen oder mehr erhalten zum Spiel freien Eintritt.enk