Inzell – Darauf mussten die Fans lange warten: Im März 2023 soll es endlich wieder eine Eisspeedway-Veranstaltung in Inzell geben. 2019 war zum letzten Mal in der Max-Aicher-Arena gefahren worden, im März 2020 war das Rennen eines der ersten sportlichen „Opfer“ der Corona-Regelungen: Es wurde kurzfristig abgesagt, auch die Hoffnungen auf eine Austragung 2021 und 2022 zerschlugen sich. Jetzt aber darf sich die DMV-Landesgruppe Südbayern auf das „lange Wochenende“ vom 17. bis 19. März 2023 freuen: Da soll neben dem Abschiedsrennen für Günther Bauer (Schleching) auch ein WM-Lauf stattfinden.
„Wir sind sehr zuversichtlich, dass das klappt“ bestätigt Kai Schmiedeknecht, der Vorstandsvorsitzende der Landesgruppe. Zwar steht noch nicht ganz fest, ob Anfang 2023 eine Eisspeedway-WM ausgetragen wird. „Aber eines ist klar: Auch wenn die FIM keine Zusage für einen WM-Lauf geben würde, wird es trotzdem vom 17. bis 19. März eine Veranstaltung mit den aktuell besten Fahrern der zugelassenen Nationen in Inzell geben“, betont Schmiedeknecht.
Nicht zugelassen sind ja derzeit die russischen Piloten – ebenso, wie keine FIM-Prädikatsrennen in Russland ausgetragen werden dürfen. Das Fehlen der dominierenden Eisspeedway-Nation ist für die Sportart einerseits ein herber Verlust, andererseits eine große Chance dafür, dass sich andere Fahrer schneller weiterentwickeln können. Die Zeichen für die internationalen Fahrer stehen gut. Denn in Schweden soll es neben der normalen schwedischen Liga eine „Super League“ geben. In dieser dürfen nur Piloten mit WM-Erfahrung antreten. „Sie können in Schweden gut trainieren und zugleich Rennpraxis sammeln“, freut sich Schmiedeknecht.
So ist unter anderem das Team der Landesgruppe unter dem Namen Inn Isar Racing mit Markus Jell (Altfraunhofen) und dem Österreicher Harald Simon am Start. Auch weitere Fahrer aus der Region werden in der Superliga teilnehmen – unter anderem der amtierende Vizeweltmeister Hans Weber (Schliersee) vom MSC Teisendorf für eine Mannschaft aus Östersund.
„Geplant ist, dass in der Super League in den ersten zwei Januar-Wochen gefahren wird und es insgesamt fünf Rennen gibt“, weiß der Vorstandsvorsitzende der Landesgruppe. Voraussichtlich wird Ende Januar in Schweden eine WM-Qualifikation ausgetragen: „Die offizielle Bestätigung durch die FIM fehlt noch“, zeigt sich Schmiedeknecht zurückhaltend, ist aber zugleich zuversichtlich, dass es tatsächlich dazu kommt. In jedem Falle wären die Fahrer dank der Super League gut auf diese Qualifikation vorbereitet. Die meisten anderen Termine in dieser Saison sind noch in der Schwebe. Klar ist: In Berlin ist am Wochenende 3./4. März am ersten Tag die deutsche Meisterschaft und am zweiten Tag die Europameisterschaft geplant.
Es folgen die drei Tage von Inzell. Am Freitag, 17. März eröffnet das Abschiedsrennen „Servus Schliff“ für den Lokalmatadoren Günther Bauer das Geschehen, am Samstag und Sonntag folgen voraussichtlich die WM-Läufe. „Wir wollen endlich einen Abschluss finden für das ja schon 2020 geplante Rennen“, erklärt Schmiedeknecht. Denn seit 2020 hatten einige Fans ihre Eintrittskarten immer wieder auf den nächsten Renntermin übertragen. „Ich möchte mich endlich bei unseren zahlreichen Fans, die uns in dieser schweren Zeit durch den Kartenumtausch unterstützt haben, persönlich bedanken und ihnen wieder ein Motorsportevent der Extraklasse bieten“, erklärt er. Dennoch sind beim Kartenvorverkauf, der am 1. Dezember gestartet ist, noch genügend Tickets vorhanden. who