Ruhpolding – Die Chiemgau-Arena ist ihr bestens bekannt: Anna Weidel trainiert schließlich tagein, tagaus am Stützpunkt Ruhpolding – und dennoch ist der Weltcup in Ruhpolding ein besonderer für sie, denn die Biathletin des WSV Kiefersfelden kämpft zum ersten Mal in ihrer Karriere in der Chiemgau-Arena um Weltcup-Punkte. „Ich habe mich sehr darauf gefreut“, erzählte die 26 Jahre alte Athletin. Zumal „am Wochenende meine ganze Familie hier sein wird“.
Ihr Start im Einzel am Donnerstag – mit drei Schießfehlern kam sie auf den 37. Rang – hing allerdings am seidenen Faden. „Weihnachten hat es mich erwischt“, berichtet Weidel. Doch im Gegensatz zu ihren Teamkolleginnen Franziska Preuß und Vanessa Hinz, die beide krankheitsbedingt ihren Heim-Weltcup in Ruhpolding verpassen, „geht es bei mir“, betont sie. Aber: „Ich muss mir das Rennen gut einteilen.“ Vor allem der Ausfall von Preuß findet Weidel extrem schade. „Für mich ist es besonders schwierig, weil ich mit der Franzi sonst in einem Zimmer bin“, sagt sie.
Mit ihrer bisherigen Saison ist die Biathletin, die zum Zoll-Skiteam gehört, übrigens „recht zufrieden“. Aber: „Es ist freilich noch Luft nach oben.“ In Hinblick auf die Heim-WM in Oberhof (8. bis 19. Februar) hofft sie, dass der Knoten dann noch richtig platzt. „Die WM ist natürlich das große Ziel in dieser Saison.“ In Thüringen hofft Weidel auf „so viele Einsätze wie möglich und ich will natürlich so gut wie möglich abschneiden“. Einen Wettkampf hat sie dabei besonders ins Auge gefasst: „Ich möchte unbedingt die Single-Mixed-Staffel laufen.“
Doch das ist Zukunftsmusik, jetzt gilt erst einmal die volle Konzentration den Rennen in Ruhpolding. „Die Strecke ist in Ordnung“, berichtet sie. „Vor allem wenn man bedenkt, wie die Verhältnisse hier aktuell sind.“ Normalerweise, so Weidel, sei die Gegend „ein Winter-Paradies“. Doch davon ist aktuell weit und breit nichts zu sehen. „Das ist schon extrem schade.“ Anna Weidel dankte aber auch den „vielen Helfern, die hier im Einsatz sind und alles geben“.bst