Oberhof – Nach dem starken Auftritt von Jakob Lange mit dem 13. Platz in der Gesamtwertung beim Seefeld-Triple ist es für den Kombinierer des WSV Kiefersfelden zum Heimweltcup nach Oberstdorf gegangen. Hier wurden die Sprungwettbewerbe auf der K-120-Meter Schanze im Oberstdorfer Sprungstadion durchgeführt. Die Laufwettbewerbe über zehn Kilometer fanden auf der selektiven WM-Strecke im Langlaufstadion Ried statt.
Jakob Lange kam vom ersten Trainingssprung auf der Schanze sehr gut zurecht und hatte bereits im ersten Training mit einem Sprung auf 131,5 Meter ein sehr gutes Ergebnis. Im Wettkampf des ersten Tages herrschten dann aber schwierige Bedingungen. Fünf Springer vor Lange setzte stärkerer Schneefall ein und die Spur wurde immer langsamer. Unmittelbar vor Olympiasieger Andersen und Jakob Lange begann die Spur enorm zu bremsen und es fehlte so der notwendige Speed. Chancenlos kam der 27-jährige Oberbayer damit nur auf den 39. Platz mit aussichtslosen 3:54 Minuten Rückstand. Während jedoch einige Athleten wegen der irregulären Umstände beim Springen erst gar nicht zum Lauf antraten, ging der Athlet des SV Inngau nach dem Motto „Jetzt erst recht“ an den Start und konnte sich mit einem starken Lauf noch auf den 27. Platz und somit in die Weltcupränge schieben. Ein doch versöhnlicher Abschluss des ersten Wettkampftages.
Tags darauf herrschten dann deutlich stabilere Wetterbedingungen und es folgte ein fairer Wettkampf für alle Athleten. Die Sprungbewerbe auf der Großschanze wurden von den Teams aus Österreich und Norwegen dominiert, mit Julian Schmid konnte sich aber diesmal ein DSV-Athlet vom heimischen SC Oberstdorf auf dem dritten Rang platzieren. Jakob Lange musste bei diesem Springen einmal runter vom Anlaufbalken. Der Anlauf wurde unmittelbar vor seinem Sprung wegen aufkommender Thermik um zwei Luken verkürzt. Er nutzte aber die guten Bedingungen, sprang auf 126,5 Meter und zeigte eine gute Telemarklandung. Mit Haltungsnoten von 17,5 und 18,0 kam er so auf einen für ihn ausgezeichneten 20. Platz im Sprungklassement. Damit war er viertbester DSV-Starter auf der Schanze und hatte als bekannt starker Läufer eine sehr gute Ausgangslage für eine Platzierung unter den besten 15.
Lange begann das Rennen in der Loipe aggressiv und lief bereits nach 1,5 Kilometern auf den acht Sekunden vor ihm gestarteten, fünffachen Gesamtweltcupsieger sowie vielfachen Weltmeister und Olympiasieger, Eric Frenzel auf. Gemeinsam mit Frenzel startete er eine starke Aufholjagd. Bereits nach 2,5 Kilometern erreichte er den 30 Sekunden vor ihm gestarteten DSV-Teamkollegen Terence Weber. Nachdem Eric Frenzel eineinhalb Runden die Pace übernommen hatte, ging Jakob Lange ab Kilometer 6,5 an die Spitze dieser Verfolgergruppe und drückte gewaltig aufs Tempo. Mit einer erneut starken Energieleistung gelang es ihm, bis zur Gruppe um den elften Platz mit dem 50 Sekunden vor ihm gestarteten norwegischen Olympiasieger Espen Andersen aufzulaufen. Nun begann das Feld zu taktieren. Jakob Lange sammelte noch einmal etwas Kräfte, um mit einem harten und langen Schlussspurt die gesamte Gruppe abzuschütteln und auf den elften Gesamtrang beim Heimweltcup vorzulaufen. Es fehlten ihm am Ende gerade einmal zwei Sekunden zu den Top Ten. Dennoch ein herausragendes Ergebnis für den Flintsbacher, der als zweitbester DSV-Starter ins Ziel lief. Sieger wurde in einem grandiosen Finish Teamkollege Julian Schmid vom SC Oberstdorf.
Durch das DSV-Wachsteam mit top Skimaterial ausgestattet, erzielte Jakob Lange bei diesem Rennen die zweitbeste Laufzeit des gesamten Weltcup-Starterfeldes, knapp hinter seinem Teamkollegen Fabian Rießle.
Nächste Station im Weltcup ist für den Kombinierer nun der Heimweltcup in Schonach im Schwarzwald. Hier stehen zwei Bewerbe von der Normalschanze mit zehn Kilometer Laufdistanz an.