Rosenheim – Es ist mehrere Tage vor der Partie von den Starbulls Rosenheim angekündigt worden, einige Stunden vorher war aber klar: Das Comeback von Brad Snetsinger fand nicht statt. Eigentlich sollte der Deutsch-Kanadier im Heimspiel gegen den EC Peiting 344 Tage nach seiner schweren Verletzung erstmals wieder auf dem Spielberichtsbogen stehen, aber eine Verletzung verhinderte den Einsatz. Doch auch ohne den Topscorer der letzten Saison gab sich der Tabellenzweite keine Blöße und besiegte Peiting mit 4:1. „Es waren harte Tage. Vielleicht waren die Spieler mental nicht ganz bereit, der Intensität von Peiting entgegenzusetzen. Aber wir haben gewonnen und uns im Laufe des Spiels gesteigert, deshalb ist alles in Ordnung“, fasste Trainer Jari Pasanen nach dem Spiel zusammen.
Sportlich gesehen hatte diese Partie kaum mehr einen Reiz für Rosenheim. Der zweite Tabellenplatz war bereits sicher, die letzten zwei Partien der Hauptrunde werden hauptsächlich zur Vorbereitung auf die Play-offs genutzt. Dazu kommt die schreckliche Diagnose von Starbulls-Stürmer Mike Glemser, der vom Kopf abwärts gelähmt ist. Bei so einer Nachricht rückt das Sportliche schnell in den Hintergrund.
Trotz dieser Umstände machte Trainer Jari Pasanen vor dem Wochenende klar, dass beide Spiele gewonnen werden sollen. Den besseren Start in die Partie erwischten aber die Gäste: Marc Besl brauchte nur wenige Sekunden, um Starbulls-Torwart Tomas Pöpperle erstmals zu prüfen. Auf der anderen Seite hatte Manuel Strodel Pech, als er nach einem Abpraller nur die Latte traf. „Man muss Peiting Respekt zollen, wie sie am Anfang gespielt haben. Das war sehr energisch, sie haben aggressives Forchecking gespielt und die Checks zu Ende gefahren“, analysierte Pasanen. Das Spiel kippte dann, als Peiting in Überzahl war: Tyler McNeely saß auf der Strafbank, Norman Hauner traf in Unterzahl. Der Topscorer wurde von Marius Möchel geschickt und ließ Florian Hechenrieder im Eins-gegen-Eins keine Chance (8.). Danach spielten hauptsächlich die Gastgeber, scheiterten aber immer wieder am Goalie.
Der zweite Abschnitt war eine Wiederholung der ersten 20 Minuten. Peiting startete besser – und belohnte sich auch: Lukas Gohlke wurde vor dem Tor bedient und ließ Pöpperle keine Chance (23.). Lange hielt dieser Ausgleich aber nicht: Erneut war es Hauner, der nach einem Querpass von McGowan das leere Tor vor sich hatte und nur noch einschießen musste (26.). In der Folge dominierten die Gastgeber die Partie, doch Hechenrieder stand wie eine Mauer im Tor. Auch eine fünfminütige Überzahl, die Samuel Payeur absitzen musste, blieb ungenutzt. „Das Powerplay war zu langsam und statisch. Man muss in Überzahl mental frisch sein, um kreativ zu sein, das hat gefehlt“, wusste Pasanen auch warum. Das Schussverhältnis in diesem Abschnitt fiel mit 20:7 deutlich für Rosenheim aus, dennoch endete das Drittel mit 1:1-Toren. „Florian Hechenrieder war sehr gut. Er hat drei Schüsse herausgeholt, die ich schon im Tor gesehen habe“, lobte Pasanen den Keeper.
Im letzten Drittel bewies Stefan Reiter bei seinem Comeback noch seine Kaltschnäuzigkeit: Erst fälschte er einen Schuss von Aaron Reinig durch die Beine des Keepers zum 3:1 ab (52.), dann setzte er mit einem Treffer in den leeren Kasten den Schlusspunkt (59.).
Starbulls Rosenheim – EC Peiting 4:1 (1:0;1:1;2:0). Tore: 1:0 (8.) Hauner (Möchel, Tölzer – UZ), 1:1 (23.) Gohlke (Niewolik, Spieß), 2:1 (26.) Hauner (McNeely, McGowan), 3:1 (42.) Reiter (Krumpe, Reinig), 4:1 (59.) Reiter (EN). Schiedsrichter: Weger/Haupt; Zuschauer: 2638; Strafzeiten: Rosenheim 10, Peiting 9.