Rosenheim – Turbulente Wochen liegen hinter dem TSV 1860 Rosenheim. Nach der mehr als durchwachsenen Hinrunde in der Fußball-Bayernliga Süd machte der Verein während der Pause auch außerhalb des Platzes Schlagzeilen: Erst die Trennung von Abteilungsleiter Hans Kroneck und dann sorgten auch finanzielle Probleme für Trubel im Verein. Nun aber soll sich der Fokus wieder voll auf das Sportliche richten, immerhin starten die Sechziger heute, Samstag, um 14 Uhr beim TSV Landsberg in die Restrunde der Liga.
Die Mission Klassenerhalt gehen die Rosenheimer dabei mit einem neuen Cheftrainer an: Robert Gierzinger übernahm im Winter und soll die Mannschaft zumindest in die Relegation führen – der Abstand dorthin beträgt nur einen Punkt. „Man spürt, dass Robert die Spieler erreicht. Er hat eine gute Nähe zu den Jungs und den Spaß ins Training zurückgebracht“, lobte der sportliche Leiter Andreas Kubik den neuen Trainer im Interview mit Beinschuss.de.
Dass die Rosenheimer mit einem guten Gefühl in die Liga starten, liegt auch an den guten Ergebnissen in der Vorbereitung. In fünf Testspielen war der Bayernligist nie unterlegen und neben zwei Unentschieden gegen Wasserburg und den FC Kufstein wurden auch drei, zum Teil hohe, Siege gegen Traunstein (2:1), den Sportbund Rosenheim (10:1) und den SV Ostermünchen (7:0) gefeiert. „Die Stimmung ist gut, weil nicht nur die Ergebnisse gut waren, sondern auch das Klima in der Mannschaft positiv ist. Jeder gibt für den anderen Vollgas, ich habe ein sehr gutes Gefühl“, erklärt Trainer Robert Gierzinger.
Die Mannschaft hat im Winter ein neues Gesicht bekommen. Sechs Abgängen stehen vier externe und drei interne Neuzugänge gegenüber. „Die Neuzugänge haben sich gut integriert“, betonte Andreas Kubik vor dem Restrundenstart.
Den Punktspiel-Auftakt haben sich die Rosenheimer aber sicherlich einfacher vorgestellt. Zum Start in das Jahr reist der Tabellenletzte zum TSV Landsberg. Die Mannschaft, die mit Spielertrainer und Ex-Löwe Sascha Mölders den wohl bekanntesten Spieler der Liga in ihren Reihen hat, steht mit nur einem Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz auf Rang vier. „Dass Sascha Mölders eine enorme Qualität hat, ist klar. Wir wissen, was seine Stärken sind. Wir werden versuchen, ihn so weit wie möglich vom Tor fernzuhalten und ihm durchgehend Druck zu machen“, verrät Gierzinger, wie er den Top-Stürmer aufhalten will. Unterschiedlicher könnten die Ausgangspositionen nicht sein, dennoch will Trainer Gierzinger nicht schon vorher das Handtuch werfen: „Wir wissen, dass wir Außenseiter sind. Wir können eigentlich nur überraschen. Wir haben keine Angst und wollen Landsberg so lange wie möglich ärgern.“
Das große Problem der Sechziger vor der Winterpause war die Torausbeute: 15 Tore in 21 Spielen sind die magere Bilanz. Daran hat Gierzinger intensiv gearbeitet: „Wir wollen hungrig sein und immer ein Tor mehr schießen. Auch wenn es ein unterklassiger Gegner war, haben wir in der Vorbereitung auch beim Stand von 4:0 nicht aufgehört, sondern noch drei Tore geschossen. Das zeigt, dass die Mannschaft Bock hat.“