München/Traunstein – Der SB Chiemgau Traunstein hat ab Sommer kein Nachwuchsleistungszentrum mehr. Das gab der Bayerische Fußball-Verband (BFV) in einer Pressemitteilung bekannt. Darin heißt es: Der BFV setzt in der Saison 2023/24 weiter auf eine hochqualifizierte wie heimatnahe Talentförderung – mit einer entscheidenden Änderung: Bayernweit wird es künftig nur noch 16 statt bisher 18 BFV-Nachwuchsleistungszentren (NLZ) geben.
Das Kernleitungsteam des Verbandes hat nach der Leistungsüberprüfung gemeinsam mit dem 1. FC Passau und eben auch dem SB Chiemgau beschlossen, die Zusammenarbeit zum Ende der laufenden Saison nicht fortzusetzen. Beide Standorte sollen aber als DFB-Stützpunkte erhalten bleiben. „Wir sind natürlich enttäuscht“, betonte SBC-Fußballabteilungsleiter Uli Habl auf Nachfrage. „Aber die Anforderungen des BFV sind für uns derzeit nicht erfüllbar.“
Insgesamt zeigte sich der BFV mit der Arbeit der Vereine sehr zufrieden. „In Passau und Traunstein sind vor allem aus sportlicher Sicht die Voraussetzungen für eine Talentförderung auf absolutem Top-Niveau vorerst leider nicht mehr gegeben“, begründete der für die Talentförderung zuständige BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau das Aus der beiden Vereine. „Im Gros entsprechen die Leistungsklassen der Jugendmannschaften aktuell nicht den klar definierten Anforderungen an ein BFV-Nachwuchsleistungszentrum. Dessen sind sich auch die Vereine bewusst, die deshalb freiwillig ihren Verzicht auf den Status BFV-NLZ erklärt haben“, so Pfau.
„Bereits in den vergangenen Jahren hatten wir die Zusammenarbeit mit dem 1. FC Passau sowie dem SB Chiemgau Traunstein an die Auflage geknüpft, dass die Jugendteams durchgängig in den höchsten Spielklassen vertreten sind. Kurzfristig ist dieses Ziel aber für beide Vereine bedauerlicherweise nicht zu bewerkstelligen. Wir bedanken uns bei den Vereinen für ihr Engagement und stehen weiterhin einer Partnerschaft offen gegenüber“, ergänzte Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann.bst