Aschau – Für Biathletin Julia Kink vom WSV Aschau ist es nach wochenlanger Anspannung und den Feierlichkeiten nach ihren Erfolgen bei der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft wieder ruhiger geworden. Bei fünf Starts errang sie zwei Gold- und drei Silbermedaillen. Die 19-Jährige ist wieder in Lillehammer und konzentriert sich nun auf ihre restliche Schulzeit an der dortigen Sportschule. „Ich habe einiges an Stoff aufzuarbeiten, da ich bereits im November nur noch daheim gewesen bin, um am Ruhpoldinger Stützpunkt zu trainieren“, erzählt sie.
Gleich nach Rückkehr von der Jugend-WM und dem darauffolgenden Empfang in Aschau ist sie nach Norwegen zurück, mit einem kurzen Abstecher zum Biathlon-Weltcupfinale in Oslo. „Langsam bin ich jetzt wieder heruntergekommen von der Anspannung und konnte mittlerweile alles verarbeiten. Das Ganze war ja zunächst alles so unreal für mich. Nach der ersten Medaille bin ich in einen richtigen Flow gekommen“, erklärt sie ihre Erfolge.
Viele Bausteine
zum Erfolg
Den nächsten Erfolg plant Julia Kink auf der Schulbank, das Abitur steht im Mai/Juni auf dem Programm. „Das hat jetzt Vorrang“, sagt sie und freut sich trotzdem noch darüber, dass ihr der Direktor der Schule zu ihren Erfolgen gratuliert hat. „Die haben keinen großen Wirbel darüber gemacht, schließlich kennen sie das ja zur Genüge mit Olympiasiegern und Weltmeistern“, schmunzelt sie. Derzeit stehen einige Prüfungen an, Ostern will sie sich allerdings einen Urlaub gönnen, und zwar ohne Schnee. Es soll nach Ägypten zum „Kite-Surfen“ gehen – eine Leidenschaft von ihr. Dass sie ihr Abi erfolgreich trotz des vorausgehenden Stresses schaffen wird, davon ist sie überzeugt.
Den Grundstein ihrer sportlichen Erfolge sieht sie zum einen in ihrem läuferischen Vermögen, zum anderen in ihrer gewonnenen Stabilität beim Schießen. Daran hat ihr Trainer am heimischen Stützpunkt, Andi Birnbacher, großen Anteil. „Wir haben die Anschläge verändert und vor allem im Stehendschießen sehr viel gearbeitet“, verrät sie. Das läuferische Vermögen habe sie sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren in Norwegen erarbeitet. „Immer wieder haben wir Grundlagen-Training gemacht und es langsam gesteigert. Die Einheiten wurden länger, dafür oft im unteren Bereich der Belastung. Wichtig war immer die Regeneration danach“, schildert sie ihren Trainingsalltag.
Erstaunlicherweise durfte sie und die anderen Sportler ihrer Gruppe die Trainingspläne öfters selbstständig erstellen. „Je nachdem, wie wir uns gefühlt haben, so haben wir das Training gestaltet.“ Für Julia Kink ist das „Abenteuer“ Norwegen im Sommer nach drei Jahren beendet. Bereut hat sie ihren Schritt, an die Schule nach Lillehammer zu gehen, keine Minute. „Das hat mir in allen Bereichen viel gebracht und gutgetan“, schwärmt sie und bedankt sich bei ihrer Familie, dass sie dabei so toll unterstützt worden ist. Wieder in der Heimat wird sie in der Gruppe von Andi Birnbacher in Ruhpolding trainieren. Geplant ist ein Platz bei einer Behörde in einer Sportfördergruppe, eine dementsprechende Zusage hat sie noch nicht. Abschließend meint sie auf die Frage, ob sie denn die zwei Gold- und drei Silbermedaillen bei der WM belasten würden: „Die sind auf keinem Fall eine Belastung, ich fange wieder bei Null an und bin froh, dass alles so gut geklappt hat.“