Vachendorf – Der Winter ist vorbei und Biathletin Sophia Schneider vom SV Oberteisendorf zieht eine zweigeteilte Saisonbilanz, die jedoch überwiegend positiv ausfällt. Bis zur Weltmeisterschaft in Oberhof heimste die 25-Jährige neben Top-Platzierungen auch viel Lob für ihre Leistungen ein, danach meldete sich allerdings ihr Körper, denn die Anstrengungen zuvor forderten wohl ihren Tribut. Sie musste auf die Starts bei den restlichen drei Weltcups in Nove Mesto, Östersund und dem Finale in Oslo verzichten. „Ich hätte mir das anders gewünscht, aber ich musste auf meine Gesundheit achtgeben. Für die neue Saison bin ich voll motiviert und ich werde wieder angreifen“, verspricht die Vachendorferin.
Zum Auftakt der Weltcup-Saison im finnischen Kontiolahti erreichte sie im Einzel den elften Platz und verpasste eine Top-Ten-Platzierung nur sehr knapp. Das holte sie dann im Sprint mit dem achten Rang nach und löste somit gleich das Ticket für die Heim-Weltmeisterschaft in Oberhof. In den weiteren Rennen bis zur WM bot sie konstant gute Leistungen und verblüffte dabei vor allem mit ihren tollen Laufzeiten.
Der Saisonhöhepunkt war für die ehrgeizige Biathletin schließlich die WM-Silbermedaille in der Staffel vor heimischem Publikum. Dem 13. Platz im Einzel ließ sie einen siebten Platz im Sprint und als Höhepunkt den fünften Rang in der Verfolgung folgen. Während der WM folgte die zum Kult gewordene Aussage über die Gold-Medaille ihrer Mannschaftskollegin Denise Herrmann-Wick: „Sie ist die Mami bei uns im Team – und wenn die Mami Gold holt, sind wir alle happy“, sagte Schneider im Interview. Nun braucht das Team aber nach dem Rücktritt der erfolgreichen Biathletin eine „neue Mami“. „Die wird es wohl so schnell nicht geben. Das wird im nächsten Winter eine Herausforderung für unser Team. Sie hat uns oft durch ihre Erfolge den Druck genommen. Ich habe der Denise viel zu verdanken, sie hat mir viel beigebracht und oft gute Tipps gegeben“, erklärt Schneider und fügt hinzu, dass mit Franziska Preuß im kommenden Winter wohl wieder eine erfahrene Athletin zurückkehren wird. „Alles in allem war das für mich ein lehrreicher Winter und ich habe einen positiven Schritt nach dem anderen gemacht. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln und freue mich auf die nächste Saison.“
Einem, dem sie in ihrer sportlichen Entwicklung vieles verdankt, ist ihr Trainer am Stützpunkt Ruhpolding, Andi Birnbacher. „Das hat sich so ergeben mit dem Andi und seiner Gruppe. Ich bin nach der letzten Saison ein wenig in der Schwebe gestanden, wohin der Weg in Sachen Training gehen soll, und bin dann bei ihm gelandet. Er hat intensiv mit mir gearbeitet und mich vorangebracht. Der Andi ist ein toller Trainer und die Mädels im Team sind große Klasse und es herrscht ein super Zusammenhalt“, beschreibt die Sportlerin.
Nach vielen Jahren mit Krankheiten und Verletzungen ist die 25-Jährige nun froh, in einer Gruppe zu sein, in der eine gute Stimmung herrscht. „Der Teamspirit gehört zu einer guten Leistung. Aus der Vergangenheit habe ich viel gelernt. Erfolge und Niederlagen gehören dazu, Biathlon ist knallhart, aber auch eine Schule des Lebens.“ Schneider will aber bei allen ihren Leistungen auch auf ihren Trainer beim Zoll, Rudi Schöllmann, verweisen. „Er hat auch einen sehr großen Anteil, dass es bei mir so gut gelaufen ist“, betont sie ausdrücklich.
Nachdem es in der vergangenen Saison läuferisch bei Sophia Schneider bestens geklappt hat, will sie nun verstärkt an das Schießen herangehen. So hat sie sich beim Spezialisten Sandro Brislinger einen neuen Schaft für ihr Gewehr machen lassen. Aktuell kann die Biathletin jetzt etwas ausspannen und sich von einem Sturz beim alpinen Skifahren erholen. „Da hat es mich sauber aufgestellt, zum Glück ist es nur eine schwere Rippenprellung und nichts gebrochen“, so Schneider erleichtert. Schließlich stehen jetzt mit Beginn des Frühlings auch noch ein paar heiße Matches auf dem Tennisplatz bevor, das Spiel mit der Filzkugel ist eines ihrer bevorzugten Hobbys. shu