Rosenheim – Wie viel Schwung hat die gelungene Aufholjagd von Nördlingen den Bayernliga-Fußballern des TSV 1860 Rosenheim gegeben? Im Ries hatten die Mannen von Trainer Robert Gierzinger ja mit zwei Treffern in der Nachspielzeit noch einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf ergattert. Ob dadurch das Selbstvertrauen gestiegen ist, wird sich im Heimspiel am heutigen Karsamstag gegen den FC Ismaning zeigen. Anpfiff im Jahnstadion ist um 14 Uhr. Dabei geht es auch darum, dass sich die abstiegsbedrohten Rosenheimer nun auch einmal von Beginn an mutig und selbstbewusst präsentieren. In Nördlingen war dies erst nach dem Rückstand in der Schlussphase der Fall. „Da haben wir dann fünf, sechs gefährliche Bälle in den Strafraum gebracht, das war sensationell“, schwärmte Trainer Robert Gierzinger von der auffälligen Sechziger-Seite. Die Kehrseite ist aber auch: Schon einmal hätten sich seine Mannen in der Fremde Schwung geholt, doch im Spiel nach dem 2:1-Auswärtserfolg bei Schwaben Augsburg enttäuschten die Rosenheimer im darauffolgenden Heimmatch gegen Erlbach mit einem eher blutleeren Auftritt. Dennoch hofft Gierzinger, dass die späte Aufholjagd von Nördlingen seinen Mannen etwas mitgegeben hat: „Das sollte Mut geben, dass wir jetzt mal von Anfang an so auftreten!“
Der Last-Minute-Punktgewinn war auf alle Fälle Balsam für die geschundene Seele, auch für das Trainerteam. „Das war ein klares Zeichen: Man hat sich nicht aufgegeben“, sagt Gierzinger. Und er ergänzt: „Das tut der Mannschaft gut, aber auch unserer Trainingsarbeit.“ Zu merken, dass die eigenen Ansätze greifen, bestätigen auch das Wirken des noch jungen Trios um Gierzinger, Co-Trainer Michael Wallner und Torwarttrainer Andreas Rüb.
Letzterer konnte in Nördlingen durchaus stolz sein, denn A-Junioren-Keeper Sebastian Amann hinterließ bei seinem ersten Pflichtspiel in der Herren-Bayernliga einen ordentlichen Eindruck. „Er hat gleich Kommandos gegeben, hat mit dem Fuß gut rausgespielt. Das war total gut“, lobte Gierzinger den Youngster zwischen den Pfosten. „Für die Mannschaft ist es gut, zu wissen, dass wir da einen haben, den wir jederzeit reinstellen können“, sagt der Trainer. Sollte sich Stammkeeper David Daroczi aber rechtzeitig von seiner Augenverletzung erholt haben, dann sollte er wieder in den Kasten zurückkehren. Daroczi wäre dann mit seinen 26 Jahren möglicherweise der älteste Akteur im Rosenheimer Aufgebot. In Nördlingen vermeldete Gierzinger stolz, „dass unser ältester Spieler ein 99er-Jahrgang war“. Kapitän Adel Merdan und Goalgetter Bojan Tanev waren mit je 23 Jahren die „Routiniers“ im Sechziger-Kader.
In der Tabelle haben die Rosenheimer nun zwei Punkte Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz mit dem VfB Hallbergmoos-Goldach. Mit einem Erfolgserlebnis vor heimischer Kulisse gegen den FC Ismaning – aktuell Tabellenzwölfter – könnte man diesen vergrößern. Allerdings müsste man da die Heimbilanz aufpolieren: Aus den bislang 13 Begegnungen sprangen nur fünf Punkte heraus, den einzigen Sieg gab es am ersten Spieltag gegen Gundelfingen. Unter Neu-Coach Gierzinger setzte es bislang Niederlagen gegen Kirchanschöring (1:4) und Erlbach (0:2). Will man die Bayernliga halten, dann muss es auch mal daheim klappen.