1860 schießt sich Frust von der Seele

von Redaktion

Klarer 5:2-Erfolg in Augsburg verschafft Luft im Abstiegskampf – Tanev trifft doppelt

Rosenheim – Noch kein einziges Mal hat der TSV 1860 Rosenheim in dieser Saison in der Fußball-Bayernliga Süd mehr als drei Tore geschossen. Das höchste der Gefühle waren drei Treffer bei der 3:5-Niederlage gegen Nördlingen. Nun hat sich dies aber geändert: Beim 5:2-Erfolg am Sonntagnachmittag bei Türkspor Augsburg durfte die Rosenheimer gleich fünfmal jubeln. Damit konterten die Sechziger auf den Punktgewinn des VfB Hallbergmoos und bauten den Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz auf vier Zähler aus. „Wir hätten zwar mehr Tore schießen müssen, aber man muss auch erstmal zu den Möglichkeiten kommen. Die hat sich die Mannschaft heute erspielt, deshalb bin ich mit dem Auftreten sehr zufrieden“, fasste 1860-Trainer Robert Gierzinger zusammen.

1860 Rosenheim schaffte diesen Sieg sogar, obwohl die Partie alles andere als optimal startete. Zwölf Minuten waren erst gespielt, als Giovanni Goia die Hausherren in Führung brachte – eine kalte Dusche für die Gäste. „Das ist die Verunsicherung, die wir im Abstiegskampf haben, dass wir am Anfang erstmal abwarten. Wir brauchen immer diesen Warnschuss, damit es losgeht“, analysierte Gierzinger und fügte an: „Wir haben es jetzt aber schon zweimal gezeigt, dass wir nach einem Rückstand zurückkommen können und in der Lage dazu sind, Tore zu schießen. Es war klar, dass, wenn wir schnell den Ausgleich machen, wir wieder im Spiel sind.“

Dieser Ausgleich ist dann auch gelungen: Lucas Gratt bekam nach 21 Minuten zu viel Platz vor dem Strafraum und meißelte die Kugel in das Kreuzeck. Das Spiel war danach lange Zeit ausgeglichen, ehe die Rosenheimer zum perfekten Zeitpunkt kurz vor der Pause erneut zuschlugen. Wie schon Gratt knapp 30 Minute vorher, verschaffte sich Bojan Tanev mit einer geschickten Drehung Platz am Strafraum und versenkte den Ball zur erstmaligen Führung im Netz.

Falls sich Augsburg in der Pause Hoffnungen gemacht hat, dieses Spiel schnell wieder auszugleichen, wurden diese bereits nach vier Minuten zerstört: Rosenheim spielte sich vor den Kasten und letztlich war es erneut Tanev, der einen abgefälschten Schuss zum 3:1 abstaubte. Nur zwei Minuten später hätte Sebastian Löser für die Vorentscheidung sorgen können, doch er köpfte freistehend aus wenigen Metern an den Außenpfosten.

Normalerweise werden solche Fehlschüsse bestraft, diesmal war das nicht der Fall. Die Partie spielte sich in den zweiten 45 Minuten nur noch vor einem Tor ab, Angriff nach Angriff rollte auf das Heim-Tor zu. Es dauerte aber bis in die 63. Minute, ehe die Gäste den Deckel draufmachten: Dennis Polat stand goldrichtig und staubte einen Abpraller vom Pfosten ab.

Dass Augsburg 15 Minuten vor dem Ende durch Turgay Karvar noch einmal auf 2:4 verkürzte, spielte keine Rolle mehr. Vor allem, weil Armando Mustafic nur sechs Minuten später den alten Drei-Tore-Vorsprung wiederherstellte. „Wir sind nicht oft in der Lage, dass wir so viele Tore machen können. Es ist ein Lernprozess, dass man trotzdem dran bleibt und nochmal nachlegt. Man hat gemerkt, dass sie mit den Chancen etwas fahrlässig umgegangen sind, da mache ich ihnen heute aber keinen Vowurf“, war Gierzinger trotz der vergebenen Möglichkeiten glücklich.

TSV 1860 Rosenheim: Daroczi, Krasnic (ab 84. Hetemi), Tanev, Gratt, Cosentino, Polat, Merdan, Mustafic, Hodzic (ab 62. Markulin), Mösl, Löser (ab 66. Nkunga).

Schiedsrichter: Baier (VfR Regensburg).

Zuschauer: 50.

Tore: 1:0 Goia (12.), 1:1 Gratt (21.), 1:2 Tanev (45.), 1:3 Tanev (19.), 1:4 Polat (63.), 2:4 Karvar (75.), 2:5 Mustafic (81.).

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