Burghausen – „Für dieses Spiel schäme ich mich und jeder Spieler sollte das auch tun. Das ist weit weg von in Ordnung“: Burghausens Trainer Hannes Sigurdsson war nach der bitteren 0:3-Schlappe gegen „Angstgegner“ SpVgg Greuther Fürth II richtig bedient und mächtig angefressen.
Für die schwache Leistung seiner Mannschaft am 32. Spieltag der Fußball-Regionalliga Bayern konnte der isländische Coach überhaupt kein Verständnis aufbringen, insofern ließ er auch keine Zweifel daran aufkommen, dass der Erfolg für das kleine Kleeblatt auch in dieser Höhe in Ordnung ging.
Die Gäste sprühten voller Tatendrang, legten gleich munter los und nährten sich in den Anfangsminuten einige Mal gefährlich dem Kasten von Markus Schöller. Unglücklich freilich für Wacker, dass Pechvogel Antonio Trograncic, der von einem Ball hart am Kopf getroffen wurde, schon nach acht Minuten runter und für Andrija Bosnjak Platz machen musste. Der eingewechselte Mittelstürmer vertändelte dann zwei Minuten später eine dicke Gelegenheit. Und auch für den angeschlagenen Johann Djayo war nach 20 Minuten Schluss, für ihn kam Thomas Winklbauer in die Partie, die weiterhin von den Gästen bestimmt wurde, die seit 2018 keine Niederlage mehr gegen Wacker kassiert haben.
Immer wieder war es Ricky Bornschein, der Schöller unter Beschuss nahm und dann im dritten Versuch auch erfolgreich war, als Yannick Scholz ein böser Patzer unterlief, den Elias Kratzer zu einem präzisen Grundlinienpass nutzte, den Bornschein am zweiten Pfosten über die Linie drückte (33.). Zuvor hatten allerdings auf der anderen Seite Edin Hyseni und Jerome Läubli zwei aussichtsreiche Möglichkeiten mit schlampigen Abschlüssen vergeben. Auch nach dem Fürther Führungstreffer fand Hyseni zum wiederholten Male in Lasse Schulz seinen Meister, der per Fußabwehr klären konnte.
Als Philipp Müller in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bei einem Klärungsversuch Läubli mit dem Fuß in den Rücken traf, zückte Schiri Maximilian Riedel Rot und aufseiten der Gastgeber machte sich die Hoffnung breit, die Partie nach der Pause in Überzahl drehen zu können. Doch die Anfangsoffensive der Hausherren samt einer Monsterchance für Winklbauer, der aus drei Metern an Schulz scheiterte, entpuppte sich als Strohfeuer.
In Überzahl musste Schöller zunächst gegen Bornschein retten, war dann aber in der 65. Minute machtlos, als der eingewechselte Torjäger Nico Grimbs aus kurzer Distanz frei zum Abschluss kam. Mit seinem zweiten Treffer nach dem zweiten Bock von Scholz machte Grimbs dann endgültig den Deckel für die Gäste drauf (70.), die nun wieder über dem Strich stehen.
„Es hat in der zweiten Halbzeit so ausgesehen, als ob wir in Unterzahl gewesen wären. Nicht umgekehrt“, konnte sich Sigurdsson den schwachen Auftritt nicht erklären, während Fürths Trainer Petr Ruman stolz auf seine Truppe war: „Die Jungs haben sich nach der Roten Karte in der Pause zusammengeschweißt. Super Teamleistung, deswegen haben sich die Jungs auch einen zusätzlichen freien Tag verdient.“
SV Wacker Burghausen: Schöller, Schulz, Scholz, Sommerauer, Läubli, Schmutz (ab 68. Ade), Trograncic (ab 8. Bosnjak), Hyseni (ab 73. Scintu), Bachschmid, Cissé (ab 46. Sigl), Djayo (ab 20. Winklbauer).
Schiedsrichter: Riedel (FC Horgau).
Zuschauer: 664.
Besonderheit: Rot gegen Fürths Müller (45. + 3) wegen groben Foulspiels.
Tore: 0:1 Bornschein (33.), 0:2 Grimbs (65.), 0:3 Grimbs (70.).mb