Hoffnungslos überfordert

von Redaktion

1860 Rosenheim ist Ingolstadt II in allen Belangen unterlegen und verliert mit 0:5

Rosenheim – In die Zweikämpfe kommen, über den Kampf ins Spiel und dem Gegner das Leben schwer machen – das waren die Ziele des TSV 1860 Rosenheim vor dem Heimspiel in der Fußball-Bayernliga Süd gegen den FC Ingolstadt 04 II. Von alldem war aber nichts zu sehen. Die ganzen Vorhaben waren nach einer Viertelstunde völlig ad acta gelegt und es galt, eine komplette Demontage zu vermeiden. Am Ende unterlagen zu Beginn hoffnungslos überforderte Sechziger dem Drittliga-Nachwuchs der „Schanzer“ mit 0:5.

Dass man auf dem holprigen Rasen im Jahnstadion sogar ordentlich Fußball spielen kann, stellten die blutjungen Gäste, die in der Defensive auf die Erfahrung des früheren Sechzigers Wiggerl Räuber bauen konnten, in der ersten halben Stunde unter Beweis. In dieser Phase gelangen den Ingolstädtern dann auch schon vier Treffer, um die Partie bereits frühzeitig zu entscheiden.

Drei Tore fielen nach dem gleichen Muster: Klarer Pass in die Tiefe, dort legt der Zielspieler ab und dann gibt es den nächsten Steilpass in den freien Raum – und schon war die komplette Rosenheimer Abwehrreihe ausgespielt. Da geht es um genaue Zuspiele und die richtigen Laufwege, da geht es aber dann auch darum, dass die Ingolstädter auch gedanklich viel schneller waren als die Hausherren. Und so schafften es die Sechziger gar nicht, überhaupt in Zweikämpfe zu kommen. „Die hatten vorne zwei pfeilschnelle Stürmer, die sie mit Steil-Klatsch-Steil super bedient haben“, musste 1860-Trainer Robert Gierzinger anerkennen. Er hatte großes Lob für die Gäste parat: „Das war die spielstärkste Mannschaft, die ich in dieser Saison bislang erlebt habe.“

Seine Mannschaft musste froh sein, dass die Ingolstädter nur vier Treffer markierten. Zwei weitere Male liefen sie alleine aufs Rosenheimer Tor zu, die Sechziger standen kurz vor einem Debakel. „Die ersten 20 Minuten dürfen so nicht sein, die haben wir völlig verschlafen“, bilanzierte Gierzinger – und stellte fest: „Unser Respekt war viel zu groß.“ Das galt auch beim Treffer, der nicht nach dem bevorzugten Ingolstädter Spielmuster fiel. Da konnten die Rosenheimer nach einer Rechtsflanke in den Fünfmeterraum nicht entscheidend klären und die Kugel lag letztlich im Tor.

Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte stabilisierten sich die Sechziger. „Da war es dann schon vernünftiger, wir haben den gegnerischen Torwart auch zu zwei Fehlern gezwungen“, so Gierzinger. Allerdings traf Bojan Tanev aus kurzer Distanz nicht und Dzenel Hodzic schoss in Mittelstürmerposition über den leeren Kasten.

Die zweite Hälfte verlief dann unspektakulär, abgesehen davon, dass die Rosenheimer nach Foul an Tanev einen Elfmeterpfiff reklamierten und Michele Cosentino unglücklich einen Ingolstädter Schuss ins eigene Tor zum 0:5-Endstand abfälschte. „Es war auf alle Fälle nicht so, dass wir uns aufgegeben haben“, so Gierzinger, der sich zumindest über das Comeback von Luca Jesse, der nach langer Verletzungspause eingewechselt wurde, freuen durfte.

TSV 1860 Rosenheim: Daroczi, Krasnic (ab 80. Jesse), Merdan, Mösl, Gratt, Löser (ab 67. Markulin), Polat, Mustafic (ab 80. Hetemi), Cosentino, Hodzic (ab 67. Nkunga), Tanev.

Schiedsrichter: Höfer (1. SC Feucht).

Zuschauer: 118.

Tore: 0:1 Krupa (7.), 0:2 Cabrera (13.), 0:3 Cabrera (15.), 0:4 Madougou (23.), 0:5 Cosentino (76., Eigentor).

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