Rosenheim – Der Finne sagt: „Kaikki hyvä tulee kolmeen“ und wer will ihm da widersprechen. Sicher nicht der Deutsch-Finne Jari Pasanen, der glücklich wäre, wenn er das am heutigen Freitag nach dem Spiel seiner Starbulls gegen Weiden sagen könnt. „Aller guten Dinge sind drei“, denn dann hätten die Rosenheimer den dritten und entscheidenden Sieg geschafft und wären Oberliga-Meister 2022/2023 und damit gleichzeitig Aufsteiger in die DEL2.
Freitag, 28. April 2023: Die Starbulls Rosenheim sind endlich da, wo sie seit sechs mehr oder weniger erfolgreichen Oberliga-Jahren unbedingt hin wollten. Sie stehen im Finale um die Oberliga-Meisterschaft. Sie stehen am heutigen Freitag um 19.30 Uhr vor Spiel vier mit einer 2:1-Führung im Rücken. Sie stehen vor dem vielleicht entscheidenden Spiel vor über 5000 Fans im ausverkauften Rofa-Stadion.
Davon träumten die Rosenheimer Verantwortlichen vor dieser Saison, als der Kader mit spektakulären Neuverpflichtungen verstärkt wurde und mit Jari Pasanen und Jamie Bartman zwei DEL-erfahrene Trainer das Sagen haben. Dazu ein Stadion, das ein wahres Schmuckkästchen ist, Fans, die wie eine Wand hinter der Mannschaft stehen, und ein Interesse am Rosenheimer Eishockeysport wie seit 30 Jahren nicht mehr. Ein perfektes Drehbuch für ein Eishockey-Märchen. Was jetzt noch fehlt, ist das Happy End. Und dafür wollen die Protagonisten aus Rosenheim auf dem Eis sorgen. „Wir wollen den Sack heute zumachen. Wir wollen den dritten Sieg und danach feiern“, wird Pasanen deutlich. Seine Stimme nach dem Sieg in Weiden ist zwar kratzig (Pasanen: „Da wurde viel geschrien“), aber bis heute Abend sollte alles wieder in Ordnung sein.
Vielleicht hat Pasanen deshalb gestern im Abschlusstraining die Ansagen Jamie Bartman überlassen. Pasanen war auf dem Eis, beobachtete genau, was seine Spieler machten, und was er gesehen hat, dürfte ihn zufriedenstellen. Da wurde in den ersten Minuten viel gelacht, die Spieler strahlten Freude und Zuversicht aus, aber als die Trainingseinheit richtig startete, wurde hart und fokussiert gearbeitet. So wie beim letzten Spiel in Weiden, als die Rosenheimer nach der Heimniederlage enorm stark zurückkamen. Sie ließen Weiden mit einer neuen taktischen Ausrichtung kaum zum Zug kommen. Die Räume wurden eng gemacht, und wenn sich die Chance bot, den Gegner zu attackieren, machten alle fünf Spieler auf dem Eis mit. „Die Jungs haben das gut gemacht, und zwar alle“, lobte Pasanen seine Mannschaft.
Am Freitag wollen die Starbulls nicht nur Weiden, sondern auch den Fluch der bisherigen Finalserie besiegen. In allen drei Spielen siegte die Gastmannschaft – Rosenheim zweimal mit 3:2 in Weiden und die Blue Devils 3:1 bei ihrem Gastspiel in Rosenheim. Dazu Jari Pasanen: „Ich weiß auch nicht warum das so ist, aber mir fällt auf, dass gerade in Playoff-Spielen die Gastmannschaften immer häufiger gewinnen. Nicht nur in unserer Liga, sondern zum Beispiel auch in der NHL. Vielleicht liegt es daran, dass die Spieler auswärts nicht abgelenkt sind. Der Ablauf vor den Spielen ist genau strukturiert und die Mannschaft kann sich voll auf das Spiel konzentrieren. Ob das tatsächlich ein Grund ist? Ich weiß es nicht.“
Heute werden über 5000 Rosenheimer ihre Mannschaft vom ersten Bully weg unterstützen. Ob dann der Sieg verdient oder glücklich ist, wäre den Rosenheimern samt Anhang total egal. Jari Pasanen würde dann sagen: „Rohkeat ovat onnekkaita“ oder „Nur der Tüchtige hat das Glück“.