Inzell – Nach einer nur kurzen Pause hat für die Inzeller Eisschnellläuferin Anna Ostlender die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. Das große Ziel der kürzlich 21 Jahre alt gewordenen Sportlerin ist die Allround-Sprint-Heimweltmeisterschaft im März 2024 in der Max-Aicher-Arena. Dazu strebt sie die Teilnahme an der Einzelstrecken-WM in Calgary an und will an allen Weltcups starten.
Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, will sich die junge Sportlerin ab sofort richtig ins Zeug legen und voll fokussiert die Vorbereitung bestreiten. Nach einem kurzen Urlaub in Spanien ist seit gut zwei Wochen Radfahren und Inline-Skaten mit ihrer Inzeller Gruppe angesagt. In Kürze findet in Erfurt ein Lehrgang der Sprinter mit Bundestrainer Peter Müller statt, Ende Mai geht es mit Stützpunkttrainer Andreas Kraus ins Trainingslager nach Italien. „Ich werde auf alle Fälle Inzell treu bleiben und überwiegend bei Andreas Kraus trainieren“, sagt Ostlender, die nicht wie ihre langjährige Partnerin Josephine Heimerl nach Berlin übersiedeln will.
Der Rückblick auf die vergangene Saison fällt für die Sprintspezialistin mit gemischten Gefühlen aus. „Ich bin eigentlich ganz gut in den Winter gekommen und habe dann die Qualifikation für den ersten Weltcupblock versemmelt. Das war für mich, gelinde gesagt, eine sehr große Enttäuschung“, gibt die 21-Jährige offen zu. Als Trost diente ihr zunächst die Teilnahme am U23-Weltcup in Finnland. Anfang des Jahres stand ihr Hauptaugenmerk auf den deutschen Meisterschaften in Erfurt, bei denen sie sich den Titel über die 500 Meter sicherte.
Pech hatte sie beim Junioren-Weltcup auf ihrer Heimbahn in Inzell, als sie über 500 Meter stürzte. Einen Sieg gab es schließlich im Teamsprint zusammen mit Josephine Heimerl und Sophie Warmuth (Erfurt). Damit durfte Ostlender im letzten Abschnitt der Saison die zwei Weltcups in Polen/Tomaszow und die WM in Heerenveen bestreiten. Bei den beiden Weltcups sprangen unter anderem über 500 Meter in der B-Gruppe die Plätze neun und zehn heraus.
Stolz ist Ostlender auf zwei erlaufene Saisonbestzeiten über 500 Meter in 38,93 Sekunden und über die 1000 Meter in 1:17,90 Minuten. „Damit kann ich persönlich viel anfangen und so habe ich mir einiges an Selbstvertrauen zurückgeholt“, freut sich die gebürtige Ulmerin und fügt hinzu: „Ich habe in den vergangenen Monaten viel gelernt und will jetzt alles mit weniger Druck angehen. Es gilt meine Zeiten über die kurzen Strecken zu verbessern, dafür werden wir im Sommer auch vieles an der Technik verbessern“, so der Vorausblick auf die nächsten Wochen und Monate.
Ob sie in der neuen Saison erneut bei den U23-Weltcups starten wird, ist jedoch fraglich. „Da fehlt es an der internationalen Akzeptanz, die Konkurrenz fehlt. Vor allem die starken Holländer fehlen bei diesen Wettkämpfen“, so die Inzellerin abschließend. SHu