Augsburg – Großartiger Erfolg früh in der Saison: Der erst 15-jährige Marian Arnu vom Kajak Klub Rosenheim ist auf der legendären Olympiastrecke, dem Augsburger Eiskanal, deutscher Vizemeister im Kajak-Cross bei den U18-Junioren geworden.
Bei der noch jungen und durchaus spektakulären Kajak-Disziplin Kajak-Cross gehen vier Athleten gleichzeitig auf einer Wildwasserstrecke an den Start und ermitteln in einem Kopf-an-Kopf-Rennen im K.o.-System den Sieger, vergleichbar mit der Wintersportart Ski-Cross. Nach einem spektakulären Rampenstart kämpfen die Sportler mit Boot und Ellbogen auf einer kurzen Wildwasserstrecke mit Richtungstoren und Rollzone um die besten Plätze. Zeitmessung und Zwischenzeiten gibt es nicht. Gewonnen hat, wer als Erster durchs Ziel paddelt. Bei den Olympischen Spielen werden 2024 in Paris erstmals Medaillen in dieser jungen Sportart vergeben. In Augsburg gingen Valik Volkov und Marian Arnu für den KK Rosenheim an den Start.
Marian Arnu konnte gleich in den Vorläufen, den sogenannten Time Trials, ein Ausrufezeichen setzen. In den Einzel-Zeitläufen, die als Qualifikation für das Viertelfinale durchgeführt wurden, glänzte Marian Arnu mit der fünftbesten Zeit und sicherte sich eine gute Startposition für die K.o.-Runde. Valik Volkov hatte mit den Herausforderungen des Eiskanals zu kämpfen und schaffte nicht den Sprung unter die besten 16. Die Rennen im K.o.-System boten viel Spannung und Action. Gleichzeitig zeigten sie den markanten Unterschied zum altbekannten Kanuslalom: Direkte Positionskämpfe in wildem Wasser, dazu gepolsterte Torstangen, die straffrei zur Seite gedrückt werden dürfen. Und die Sportler sitzen in robusten und extrem wendigen Wildwasserkajaks aus Plastik.
Marian Arnu fuhr seine K.o.-Läufe taktisch sehr klug und überstand alle Rennen gegen zum Teil drei Jahre ältere Konkurrenten bis zum entscheidenden Finallauf. Auch hier hatte er eine passende Rennstrategie parat. Nach einem guten Start von der fünf Meter hohen Startrampe über dem Eiskanal konnte er sich im Feld gut behaupten und bog mit knappem Rückstand als Dritter in den Hauptkanal ab.
Das erste, mitentscheidende Aufwärtstor nutzte er geschickt für ein Überholmanöver und ging als Führender in den entscheidenden Rennabschnitt. Noch am letzten Aufwärtstor lag er zunächst deutlich auf Platz eins, wurde dann aber seinerseits abgedrängt und ging letztlich mit geringem Abstand als Dritter über die Ziellinie. Weil der Zweitplatzierte ein Tor nicht korrekt befahren hatte, rückte Marian Arnu im Endergebnis einen Platz nach vorne und durfte sich am Ende über die Silbermedaille bei der deutschen Meisterschaft im Kajak-Cross freuen.re