Wasserburg – Lange hatten die treuen Wasserburger Fans auf so ein Spiel gewartet, aber die Nachholpartie der Fußball-Landesliga Südost gegen den FC Unterföhring übertraf ihre kühnsten Vorstellungen. Dank einer ausgezeichneten Leistung besiegten die Löwen eine der spielerisch besten Mannschaften der Liga mit 6:3 und machten den Dienstagabend zur magischen Nacht.
Bis zur 63. Minute sah es vom Ergebnis her allerdings so aus, als ob der Wasserburger Aufwärtstrend der letzten Wochen an einem menschlichen Berg namens Robin Volland zerschellen würde. Der Angreifer hatte in der ersten Halbzeit für die Gäste in bester Torjägermanier zwei Tore erzielt und eigentlich den Weg zum Auswärtssieg geebnet. Ebnen trifft es ganz gut, denn der Koloss walzte alles platt, was sich ihm in den Weg stellte. Beim 1:0 in der 17. Minute drückte er in der Mitte seinen Gegenspieler zur Seite und vollstreckte nach einem Konter und in der 39. Minute hatte er sich nach einer Ecke am langen Pfosten längst seines Bewachers entledigt, um zum 2:0 einzuschießen. „Ich hatte auch nach dem Rückstand keine Angst, dass wir nicht punkten könnten. Dafür waren wir zu gut im Spiel“, resümierte nach dem Schlusspfiff Florian Heller. Der stolze Coach strahlte die Ruhe und das Selbstvertrauen aus, das seine Mannschaft brauchte. In der Tat spielten die Innstädter gegen einen starken Gegner gefälligen Fußball und belohnten sich in der 63. Minute dafür. Leon Simeth brachte einen Freistoß aus dem Halbfeld nach innen, wo ihn Michael Barthuber touchierte und so den Treffer gut geschrieben bekommt. Dies war das Fanale zur Aufholjagd. In der 71. Minute brach Aaron Stillfried durch und seine Hereingabe versenkte Barthuber elegant per Hacke zum 2:2. Die Löwen rollten jetzt und es dauerte nicht lange, ehe Barthuber seinen Hattrick schnürte und am langen Pfosten zum 3:2 einköpfte (76.). Die Tormusik war kaum verklungen, da drückte Noah Müller den Ball nach Kollie-Flanke aus kurzer Distanz über die Linie und ließ das Stadion endgültig explodieren (76.). Unterföhrings Ausnahmespieler Bastian Fischer verkürzte in der 81. Minute nach perfekter Ballannahme zum 3:4. Spannend wurde es jedoch nicht mehr, dafür legendär: Stillfried erzielte nach feinem Zuspiel von Moritz Knauer postwendend mit seinem ersten Landesligator das 5:3 und Barthuber markierte per Nachschuss seinen vierten Treffer, nachdem Sebastian Fritz zuvor seinen Foulelfmeter noch gehalten hatte. Der Sportplatz an der Landwehrstraße 10 glich einem Tollhaus. Die Altstadt ist wieder erwacht, denn diese Spiele waren es, die die Flutlichtabende so besonders machten.
TSV Wasserburg: Boschner, Kollie, Lucas Knauer, Höhensteiger, Lindner (ab 7. Müller), Rauscher, Simeth, Moritz Knauer, Ferreira Goncalves, Stillfried, Barthuber.
Schiedsrichter: Jany (TSV Bernau).
Zuschauer: 200.
Tore: 0:1 Volland (17.), 0:2 Volland (39.), 1:2 Barthuber (63.), 2:2 Barthuber (71.), 3:2 Barthuber (76.), 4:2 Müller (78.), 4:3 Fischer (81.), 5:3 Stillfried (84.), 6:3 Barthuber (87.).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Unterföhrings Volland (86.).jah