Rosenheim – Wie kann ein Tabellenvorletzter den Spitzenreiter und fast sicheren Meister schlagen? Diese Frage dürfte sich wohl auch Robert Gierzinger stellen. Der Trainer des TSV 1860 Rosenheim muss am Samstag um 15 Uhr nämlich mit seiner Mannschaft beim SV Schalding-Heining – ihrerseits Tabellenführer der Fußball-Bayernliga Süd und nur noch einen Sieg von der Meisterschaft entfernt – antreten.
Wie also geht man ein Spiel an, bei dem wirklich alle Vorzeichen gegen einen sprechen? „Uns erwartet eins der schwersten Spiele des ganzen Jahres. Wir fahren aber auch nicht dort hin und sagen, es geht um nichts, sondern wir wollen uns mit dem Glück des Tüchtigen Punkte erspielen. Wir geben das Spiel nicht auf, bevor es überhaupt angefangen hat“, ordnet Robert Gierzinger die Partie ein.
Wollen die Sechziger beim Spitzenreiter Punkte holen, muss aber eine klare Leistungssteigerung her. Vor allem die letzten 45 Minuten im Heimspiel gegen den VfB Hallbergmoos machen keine großen Hoffnungen. Gierzinger will die zweite Hälfte im Abstiegsduell deshalb so schnell wie möglich vergessen: „Ich habe das Spiel als zwei Halbzeiten analysiert. Die erste Halbzeit war gut, weil wir konsequent waren und unsere Tore gemacht haben. Ich habe der Mannschaft auch gesagt, dass wir diese 45 Minuten im Kopf mitnehmen, den Rest streichen wir. Ich möchte mit dem Positiven den Glauben erwecken, dass in den nächsten Spielen auch etwas möglich ist.“
Erfolgserlebnisse werden in den letzten drei Partien auch dringend benötigt. Noch immer beträgt der Vorsprung der Rosenheimer auf den direkten Abstiegsplatz nur zwei Punkte, Hallbergmoos könnte jederzeit mit einem Dreier vorbeiziehen. Deshalb spielt auch die Partie des direkten Konkurrenten beim FC Memmingen eine große Rolle. Punktet der Tabellenletzte überraschend beim Zweitplatzierten, ändern sich auch die Vorzeichen für das Team von Robert Gierzinger. „Zuvor haben wir die Tabelle weniger beobachtet, jetzt schaut man aber schon darauf, weil sich für uns schon viel ändern kann.“ Hallbergmoos muss an diesem Spieltag vorlegen, je nachdem, wie diese Partie endet, könnte der Druck auf 1860 steigen.
Wie also könnten die Rosenheimer beim Spitzenreiter bestehen? Um am Samstag zu punkten, muss vor allem die Abwehr der Sechziger ihren Job erledigen. 15 Gegentore hat die Gierzinger-Elf in den letzten drei Spielen kassiert – eigentlich zu viele, um im Abstiegskampf zu überleben. Mit Malik Salkic, der seine Sperre von vier Spielen abgesessen hat, kehrt nun ein Spieler in den Kader zurück, der auch die defensive Stabilität wiederbringen soll.