Passau – „Hat man kein Glück, kommt auch noch Pech hinzu“: Dieses Sprichwort könnte aktuell auf nichts besser zutreffen, als auf die Saison des TSV 1860 Rosenheim in der Fußball-Bayernliga Süd. Die akut vom Abstieg bedrohten Sechziger mussten sich auch dem Spitzenreiter SV Schalding-Heining mit 1:4 geschlagen geben – und damit zusehen, wie der Gegner die Meisterschaft feierte. „Mehr war nicht drin. Ich möchte der Mannschaft keinen Vorwurf machen, die erste Halbzeit war ein richtiges gutes Spiel von uns“, verteidigte 1860-Trainer Robert Gierzinger seine Mannschaft.
Dass die Rosenheimer beim souveränen Tabellenführer als klarer Außenseiter in die Partie gehen und ein Punktgewinn äußerst unwahrscheinlich ist, daran hat wohl niemand gezweifelt. Dass die Gäste letztlich aber nur wegen einer sehr harten Entscheidung des Schiedsrichters auf die Verliererstraße geraten sind, hat aber dennoch einen bitteren Beigeschmack.
Was war passiert? Fabian Schnaber war nach elf Minuten durchgebrochen und auf dem Weg zum Tor, Albin Krasnic reagierte und brachte den Angreifer zu Fall. Schiedsrichter Florian Islinger entschied daraufhin auf Rot, ganz zum Unmut der Rosenheimer: „Das war für mich keine Rote Karte. Auch die Heim-Mannschaft hat sofort gesagt, dass es kein Platzverweis ist. Der Schiedsrichter hat Albin Krasnic als letzten Mann geahndet, aber Malik Salkic war mindestens noch auf gleicher Höhe“, erklärte Robert Gierzinger seine Sicht.
Die Gäste, die eigentlich sehr gut in die Partie gestartet sind, mussten also knapp 80 Minuten in Unterzahl agieren – und das beim Spitzenreiter. „Das war für uns sehr bitter. Das Spiel war dann brutal schwer. Wir haben uns hinten kompakt aufgestellt, aber in kürzester Zeit zwei Tore bekommen“, so Gierzinger. Nur acht Minuten nach dem Platzverweis brachte Christian Brückl die Hausherren in Führung, zwölf Minuten später erhöhte Markus Gallmaier auf 2:0. Doch die Gäste gaben sich noch nicht geschlagen und agierten wieder mutiger – mit Erfolg: Bojan Tanev verkürzte Sekunden vor dem Pausenpfiff auf 1:2.
„Nach der Pause wollten wir auf einen Punkt spielen. Wir hatten nichts mehr zu verlieren“, gab Gierzinger dann die Marschroute vor. Alle Hoffnungen auf ein Wunder waren nach 61 Minuten aber wie weggeblasen: Markus Gallmaier stellte nach einer Ecke wieder den alten Abstand her. Der Treffer zum 4:1 durch Johannes Stingl machte letztlich endgültig den Deckel drauf.
„Nach einer gewissen Zeit war der Druck nicht mehr zu verteidigen. Auch die Kräfte sind dann gesunken, wir hatten nur zwei Ersatzspieler dabei. Das Ergebnis hört sich wieder extrem an, aber mit diesen Bedingungen möchte ich das Spiel nicht schlecht reden. Wir waren voll drin, hätten wir elf gegen elf gespielt, hätten wir den Spitzenreiter auch noch mehr ärgern können“, ist sich der 1860-Trainer sicher.