Rosenheim – Taylor Hall, Linus Omark und Jordan Eberle sind und waren ausnahmslos NHL(Super)-Stars, sie spielten für die Nationalteams aus Kanada und Schweden bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften und – sie waren auch Mitspieler von C.J. Stretch. Dieser Charles Junior „C.J.“ Stretch spielte in der Saison 2015/2016 schon einmal für die Starbulls Rosenheim. Jetzt kehrt er US-Amerikaner wieder zurück an die Mangfall. Nach sieben Jahren, in denen er in der DEL2 und in der DEL bei Frankfurt und den Bietigheim Steelers für Furore sorgte und mit seinen Vereinen zweimal Meister wurde.
Rosenheim war 2015 die erste Station in Deutschland und in 58 Spielen schaffte der mittlerweile 33-jährige Center 65 Scorerpunkte (27 Tore/38 Assists) und schlug voll ein. Zusammen mit Tyler McNeely und Beppo Frank führte Stretch auch die interne Strafzeitenliste der Starbulls an. „Er ist genau der Stürmer, den ich noch gesucht habe. Er ist Mittelstürmer und Rechtsschütze, kann Tore vorbereiten, aber auch selbst welche erzielen. Ich habe von meinen Informanten nur Gutes über ihn gehört“, freute sich der damalige StarbullsCoach Franz Steer auf seinen Neuzugang und er sollte recht behalten. Zusammen mit Wade MacLeod, Tyler McNeely und David Vallorani mischte Stretch so manchen Gegner auf. Die vier Kontingentspieler erzielten in dieser Saison insgesamt 112 Tore für Rosenheim.
Natürlich weckte gerade das Traumduo Stretch/MacLeod die Begehrlichkeiten anderer Vereine und so wechselte erst Stretch und ein Jahr später MacLeod nach Frankfurt. Dort holte C.J. Stretch in seinem ersten Jahr gleich die Meisterschaft in der DEL2, damals noch ohne Aufstiegsrecht in die DEL. Einer seiner Mitspieler damals: Der aktuelle Starbulls-Stürmer Lukas Laub. Der weiß nur Gutes über Stretch zu berichten und freut sich schon auf ein Wiedersehen: „Wir haben jetzt schön öfter miteinander geschrieben, auch während der Play-off-Runde, als er uns immer Glück gewünscht hat. C.J. ist neben dem Eis ein wahnsinnig entspannter und lustiger Typ – einfach ein California Boy. Auf dem Eis ist er ein Spielmacher, der auch selbst Tore schießen kann, der aber vor allem seine Außenspieler extrem besser macht und gut einsetzt. Alleine schon für das Powerplay ist C.J. ein krasser Spieler. Ich denke, dass er der beste Powerplay-Spieler ist mit dem ich je zusammengespielt habe. Wir sind ja auch zusammen Meister geworden und das bleibt natürlich besonders in Erinnerung. Er freut sich auch schon wieder auf Rosenheim, weil es ihm hier sehr gut gefallen hat.“
Auf dem Eis ist C.J. Stretch aber auch oft die Reizfigur, die polarisiert und provoziert, mit Haken und Ösen spielt und immer mal mit grenzwertigen Aktionen alles für den Erfolg der eigenen Mannschaft gibt. Solche Spieler hat man lieber im eigenen Team als auf der Seite des Gegners.
Es gibt übrigens noch vier weitere Spieler aus der Saison 2015/2016, die immer noch oder wieder das Trikot der Starbulls Rosenheim tragen: Tyler McNeely, Maxi Vollmayer, Manuel Edfelder und Dominik Daxlberger, der ist mittlerweile Kapitän bei den Rosenheimern. Er kann sich noch sehr gut an die Saison mit C.J. Stretch erinnern: „Er ist ein typischer Spielmacher, der im Endeffekt alles kann. Ich durfte damals mit ihm und Wade MacLeod in einer Reihe spielen. Er hatte jetzt drei ganz starke Jahre beim Bietigheim in der DEL2 und DEL. Dass das überhaupt mit ihm als Neuzugang geklappt hat, das ist schon eine Hausnummer“, sagt der Kapitän und freut sich auf ein Wiedersehen.
Pasanen: „Ein großer Wurf gelungen“
„Mit der Verpflichtung von C.J. Stretch ist uns ein großer Wurf gelungen“, ist sich Trainer Jari Pasanen sicher. Der Starbulls-Headcoach sieht in dem US-Amerikaner einen enorm wichtigen Baustein für das künftige Rosenheimer Zweitligateam.
C.J. Stretch, der bei den Starbulls die Trikotnummer 12 erhält, über seine Rückkehr an die Mangfall: „Ich freue mich darauf, in die Stadt zurückzukehren, in der meine europäische Eishockeykarriere begann. Rosenheim war immer einer meiner Lieblingsorte in Deutschland. Ich wurde von den Rosenheimer Fans immer positiv aufgenommen und freue mich darauf, wieder für sie zu spielen.“
Ohne die Starbulls oder Stretch unter Druck setzen zu wollen: Er weiß auf alle Fälle, wie man in der DEL2 Meister wird. Mit Frankfurt schaffte er das in der Saison 2015/2016 und mit Bietigheim 2020/2021. Sein kongenialer Sturmpartner vor drei Jahren: Norman Hauner, jetzt Torjäger bei den Starbulls. Die Play-off-Bilanzen der beiden Stürmer im Meisterjahr mit Bietigheim: C.J. Stretch 15 Play-off-Spiele/14 Punkte und Norman Hauner 14 Spiele/18 Punkte. In seinen beiden Frankfurter Jahren entpuppte sich Stretch übrigens auch als Play-off-Monster: 26 Spiele/ 31 Punkte. Beeindruckende Zahlen.
Sein ehemaliger Trainer Daniel Naud sagte 2022 über Stretch: „Er ist sehr stark am Bully und findet immer den freien Mann. Wir freuen uns, dass C.J. weiter seine Zauberhände im Bietigheimer Trikot unter Beweis stellen wird.“ Das wird er in Zukunft wieder für die Starbulls tun.