Was für ein irres Rennen: Entscheidung erst auf den letzten Metern

von Redaktion

Grabenstätter Florian Wiesholler verteidigt Titel beim Traunsteiner Halbmarathon – Positives Fazit der Veranstalter

Traunstein – Was war das für ein irres Rennen über 21,1 Kilometer! Letztlich setzte sich beim Traunsteiner Halbmarathon Florian Wiesholler in 1:15:57 Stunden durch. Der Grabenstätter verteidigte damit seinen Titel aus dem Vorjahr und war im Ziel richtig happy über seinen Coup. „Das war so ein spannendes Rennen und für mich war es genial“, freute er sich.

Vor allem auch, weil der ambitionierte Läufer zuletzt lange Zeit verletzt gewesen ist. Seine Hüfte spielte nicht mit und so musste er seine letzten Rennen immer vorzeitig aufgeben – eine ganz bittere Geschichte. „Ich habe auch nicht wirklich gewusst, ob ich den Halbmarathon durchlaufen kann“, berichtete er. Doch es klappte – und daher sei es im Ziel ein umso schöneres Gefühl gewesen, sagte er.

Zudem war es ein ganz enges Rennen über die 21,1 km. Die Spitzengruppe um Wiesholler, Florian Prambs, Dr. Marius Stang, Thomas Einsiedler und Hans-Jörg Stolz lieferte sich einen erbitterten Kampf um die Halbmarathon-Krone. Bis Siegsdorf lag die Gruppe eng zusammen, dann unternahm Stang einen Ausreißversuch, der zunächst erfolgreich war. „Erst zwischen Kilometer 18 und 19 haben wir ihn wieder einholen können“, berichtete Wiesholler.

Letztlich überholten er und Florian Prambs den Führenden und machten den Titel auf den letzten Kilometern unter sich aus. „Ich habe kurz vor dem letzten Anstieg nochmals den Turbo gezündet“, erzählte Wiesholler. Prambs, der in 1:16:03 Stunden ins Ziel kam, konnte da nicht mehr mitgehen und so setzte sich der Grabenstätter erneut in Traunstein die Krone auf. „Der Sieg war richtig wichtig für meinen Kopf“, freute sich Wiesholler.

Das Podest komplettierte Thomas Einsiedler, der damit wie im Vorjahr Dritter wurde. Der Traunsteiner war diesmal in 1:16:07 Stunden sogar satte drei Minuten schneller unterwegs als noch 2022. „Meine Zeit freut mich richtig“, betonte Einsiedler. Er legte im Schlusssprint nochmals alles in die Waagschale und verwies Hans-Jörg Stolz hauchdünn auf den vierten Platz. Der Ruhpoldinger Triathlet verpasste die Medaille um lediglich drei Sekunden (1:16:10). „Es war so ein brutal enges Rennen“, sagte Stolz hinterher, der ein Großteil der Strecke allein bestreiten musste. Er hatte daher kaum Gelegenheit gehabt, den Windschatten der Konkurrenz zu nutzen. „Zum Schluss hat es einfach nicht mehr ganz gereicht.“

Bei den Frauen gewann den Halbmarathon Lena Sommer in 1:31:57 Stunden deutlich vor Marie Sommer (1:39:00) und Daniela Gruber vom SC Eisenärzt (1:40:03). Vorjahressiegerin Kerstin Esterlechner war ebenfalls dabei, startete diesmal aber über die 12 km.

Beim Halbmarathon gab es freilich auch in diesem Jahr wieder eine Einheimischen-Wertung – und bei der Otillinger-Trophy gab’s diesmal eine ganz besondere Geschichte: Denn Familie Einsiedler räumte gleich beide Pokale ab! Bei den Männern verteidigte Thomas Einsiedler seinen Titel. Bei den Frauen schnappte sich seine Frau Sandra in 1:45:33 Stunden erstmals die Otillinger-Trophy bei ihrem zweiten Start in Traunstein. „Das war schon ein Highlight für uns“, freute sich Einsiedler, der einen weiteren Titel einheimste. Denn sein Team Schneider Rad + Sport gewann auch die Mannschaftswertung souverän. Neben Thomas Einsiedler sorgten auch noch seine Frau Sandra sowie Florian Prambs und Vanessa Henz für den Erfolg.

Ein starkes Comeback feierte Julian Erhardt beim 12-km-Lauf in Traunstein. Der Überseer Profi-Triathlet hatte zuletzt ja mit einer Schleimbeutel-Entzündung in der Hüfte zu kämpfen und musste daher kürzertreten. Nun meldete er sich eindrucksvoll zurück und stellte über die 12-km-Distanz in Traunstein in 39:35 Minuten einen neuen Streckenrekord auf. „Das war ein gutes Zeichen“, freute sich Erhardt, der damit bei allen vier Auflagen des Traunsteiner 12ers in der Siegerliste ganz oben stand. „Das ist schon cool“, freute sich der Überseer.

Er wird nun behutsam in seine Triathlon-Saison starten. Eine erste Standortbestimmung soll es am 28. Mai beim Apfelland-Triathlon über die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) geben.

In Traunstein komplettierten Florian Holzinger (42:54) und der Chieminger Triathlet Joey Dohle (44:37) über die kurze Distanz das Podest bei den Männern. Bei den Frauen siegte über die 12 km Jessica Koch (49:33 Minuten) vor Kerstin Esterlechner (49:53) und Katharina Franke (50:29).

Zufrieden mit der 13. Auflage des Traunsteiner Halbmarathons zeigten sich hinterher auch die Organisatoren vom TV Traunstein und Sport Praxenthaler. „Alles ist reibungslos und unfallfrei verlaufen“, hob Helmut Otillinger vom TVT hervor. bst

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