Traunstein – Ein großes Skilanglauf-Event auf internationaler Bühne ohne Jonas Dobler? Geht nicht, werden jetzt viele sagen. Doch im März hat er angekündigt, nach dem Weltcup-Finale in Oslo ist Schluss. Der 32-Jährige vom SC Traunstein verabschiedete sich dabei standesgemäß mit der Königsdisziplin über die 50 Kilometer. Kurze Zeit vorher konnte er seinen größten internationalen Erfolg feiern. Bei der Nordischen Ski-WM in Planica/Slowenien gewann er über die vier mal zehn Kilometer mit der deutschen Staffel die Bronzemedaille. Begonnen hatte seine Karriere im Weltcup 2011 im slowenischen Rogla. Jetzt, ein paar Monate nach seinem Rücktritt, beantwortete er die Fragen der Sportredaktion.
Mittlerweile ist schon einiges an Zeit seit dem Rücktritt vergangen. Normalerweise wären Sie schon wieder in der Vorbereitung auf die neue Saison. Wehmut?
Nein, ich habe das Gefühl alles richtig gemacht zu haben. Ich bin sehr gut beschäftigt, wir sind Anfang April Eltern geworden. Ich bin jetzt Vater eines Buben und der hält uns ganz schön auf Trab. Dazu bin ich momentan mit dem sogenannten „Abtrainieren“ nach dem Leistungssport beschäftigt. Also, langweilig ist mir nicht.
Was waren denn Ihre herausragenden Leistungen und Erfolge in Ihrer langen Karriere?
Natürlich die Bronzemedaille zuletzt bei der WM in der Staffel. Das war das Sahnehäubchen oben drauf. Ich habe mich sehr gefreut, Mitglied dieser tollen Mannschaft sein zu dürfen. Ein unglaubliches Gefühl. Generell bin ich mit dem, was ich erreicht und geleistet habe, zufrieden. Ich konnte an zwei Olympischen Spielen teilnehmen. Von den Ergebnissen war ich manchmal nah an ganz oben dran, teilweise hat nicht viel gefehlt. Aber da in der Spitze im Langlauf geht es verdammt eng zu.
Hätte Sie irgendwann mal ein Wechsel zum Biathlon gereizt, einige haben das ja mit Erfolg gemacht?
Das ist für mich nie infrage gekommen. Die Frage hat man mir manchmal gestellt. Langlaufen war und ist meine Passion, dort habe ich meine Ziele gehabt. Ich hatte immer Lust, langzulaufen, da habe ich mich gut aufgehoben gefühlt.
Wie geht es in Zukunft mit Ihnen weiter, vor allem beruflich?
Ich werde nach dem Sommer eine Ausbildung in den gehobenen Dienst beim Zoll machen. Ich bin ja Mitglied des Zoll-Ski-Teams. Das wird drei Jahre dauern und bevor die Frage nach einem Trainerjob kommt: Nein, zunächst nicht. Ich will sportlich etwas Abstand gewinnen. Interview Siegi Huber