FC Bayern? „Da wollte ich nie spielen“

von Redaktion

Luisa Müller und Hannah Ram steigen mit dem FC Forstern in die U17-Bundesliga auf

Forstern – Eintracht Frankfurt, 1. FC Nürnberg und der FC Bayern München – diese drei Teams haben in der abgelaufenen Saison die Tabelle der Fußball-Bundesliga Süd der B-Juniorinnen angeführt. Alle drei werden auch in der kommenden Spielzeit um den Meistertitel kämpfen – und dabei auf ein neues Gesicht treffen: den FC Forstern. Die Mädchen aus dem Landkreis Erding haben sich nämlich erst die Meisterschaft in der Bayernliga gesichert und sich dann beim Relegationsturnier in die Bundesliga gespielt. Nach dem Gewinn der bayerischen Hallenmeisterschaft war dies der zweite Erfolg dieser Saison.

„Es ist der Wahnsinn, es war eine unglaubliche Mannschaftsleistung“, kann es Hannah Ram immer noch kaum glauben. Die 15-jährige Mittelfeldspielerin ist vor der Saison vom TSV Babensham nach Forstern gewechselt und hat ein erfolgreiches erstes Jahr hinter sich. „Es war eine brutale Saison. Wir waren auch in Tirol und Oslo auf Turnieren, das hatte ich vorher noch nicht erlebt. Der Aufstieg war dann die Krönung, das ist ein tolles Gefühl.“ Teil des erfolgreichen Teams ist auch Luisa Müller aus Pfaffing. Die 15-jährige Außenstürmerin hat bereits ihr zweites Jahr in Forstern beendet – und das mit zwei Titeln: „Im ersten Moment habe ich es gar nicht richtig realisiert. Ich bin dankbar für dieses Erlebnis.“

Die Liga haben die Forsterinnen mit 51 von 54 möglichen Punkten und 15 Zählern Vorsprung vor Verfolger Schweinfurt abgeschlossen, in der Relegation reichte ein zweiter Platz hinter dem FSV Hessen Wetzlar zum Aufstieg. Das Rennen um den letzten Platz in der Bundesliga entschied sich dabei erst im zweiten direkten Duell zwischen Forstern und dem SV Eutingen. „Wir waren vor dem letzten Spiel sehr nervös. So eine Situation hatten wir noch nie erlebt. Wir haben aber damit gerechnet, dass es schwieriger wird, als in der Liga“, verrät Ram. Die letzte Partie wurde dann zu einem Nervenspiel. Erst ein Treffer zum 1:1 in der Schlussminute machte den sicheren Aufstieg perfekt. Durch das 1:1-Unentschieden stand Forstern nämlich uneinholbar auf Platz zwei. Die erste Partie gegen Eutingen gewann der FCF 1:0, gegen den FSV Hessen Wetzlar endeten die Partien 0:0 und 2:3.

Schon im Winter haben die Mädchen aus Forstern etwas Großes zu feiern gehabt: den Gewinn der bayerischen Hallenmeisterschaft! In Dingolfing setzten sich Luisa Müller und Co. im Finale 2:0 gegen den 1. FC Passau durch. Das Highlight des Turniers war aber bereits das Halbfinale, denn dort war der FC Bayern München der Gegner. Hier erlebte Hannah Ram einen besonderen Moment: Die 15-Jährige war nämlich vor der Meisterschaft unter anderem beim FC Bayern im Probetraining, wurde allerdings abgelehnt: „Ich war zu zierlich und klein“, erklärt Ram. Im Halbfinale fand sie dann eine passende Antwort auf die Absage und erzielte das 1:0. Nach einem unglücklichen Ausgleich wenige Sekunden vor dem Ende behielten die Forsterinnen dann im Sechsmeterschießen die Nerven und zogen in das Finale ein. „Wir haben nicht wirklich mit diesem Erfolg gerechnet. Wir waren voll fokussiert, in diesem Moment hat man es gar nicht begreifen können“, so Luisa Müller.

An Unterstützung hat es den Forsterinnen dabei nie gefehlt. Auch beim Relegationsturnier in Asperg in Baden-Württemberg haben eine große Anzahl an Fans die Mannschaft begleitet, in Forstern wurden die Mädchen dann gebührend empfangen: „Die Stimmung war unfassbar. Es sind sehr viele Leute zum Zuschauen mitgefahren, das war ein unglaubliches Gefühl. Das war ein zusätzlicher Faktor, dass wir so erfolgreich waren“, legt sich Müller fest. Die 15-Jährige fühlt sich deshalb in ihrem Verein so wohl, sodass auch der große FC Bayern für sie kein Thema ist: „Ich wollte da nie spielen. Forstern ist ein sehr familiäres Umfeld, der ganze Verein steht hinter uns. Ich bin sehr glücklich in Fostern und habe nicht vor, zu wechseln.“

Nun ist der Blick bereits nach vorne gerichtet. Begegnungen gegen Bayern München oder Nürnberg werden in der nächsten Spielzeit zum Alltag. Um dann zu bestehen, müssen die Mädchen aus Forstern noch härter trainieren, als sie es bereits getan haben. Schon in der Bayernliga wurde dreimal die Woche trainiert: „Wir haben hart gearbeitet und immer alles gegeben“, nennt Ram einen Grund für den Erfolg und Müller fügt an: „Wir sind auch außerhalb des Platzes ein tolles Team. Ich glaube, dass auch das in diese Erfolge reingespielt hat“. Dazu ist seit der vergangenen Saison auch eine Mentaltrainerin in Forstern im Einsatz – ein großer Schritt in Richtung Professionalität. „Das Mentalcoaching hat uns alle gestärkt und das Team noch weiter zusammengebracht“, sieht Müller diese Maßnahme positiv.

Im Blick auf die kommende Saison herrscht bei beiden Mädchen nur eines: Vorfreude! „Ich bin auf die nächste Saison sehr gespannt. Es wird sicher schwieriger und wir werden keine Spiele mehr hoch gewinnen. Auch körperlich wird es schwieriger, das wird interessant“, erklärt Ram. Und auch Müller denkt in diese Richtung: „Ich freue mich unglaublich auf die neue Saison und auf das, was kommt.“

Kommen werden dann auch Vereine wie Bayern München oder der amtierende Meister aus Frankfurt, doch die Mädchen aus Forstern haben keine Angst – denn: „Wir haben auch schon gegen so große Vereine gewonnen.“

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