„Geiler Fight“ mit glücklichem Sieger

von Redaktion

Ersatztorwart und Fast-Fußballrentner verhelfen Griesstätt zum Kreisliga-Aufstieg

Ostermünchen – Es gibt Geschichten, die schreibt nur die Relegation. So wie die von Stefan Lenz. Er ist eigentlich nur dritter Torwart des SV-DJK Griesstätt, und wenn es sein muss, hilft er auch im Sturm aus. Doch der etatmäßige Keeper Jakob Wegner muss seit Wochen wegen einer Augenverletzung passen, und so wurde Lenz – übrigens der Bruder von Spielertrainer Georg Lenz – im Elfmeterschießen gegen den SV Tattenhausen zum umjubelten Aufstiegshelden. Weil er an den letzten Elfmeter von Josef Schenk noch die Fingerspitzen bekam und Christoph Inninger den allerletzten zum 8:7 (3:3) ins Netz schnibbelte, spielen die Griesstätter in der Saison 2023/24 zum zweiten Mal nach 2014/15 in der Fußball-Kreisliga.

„Beim ersten Aufstieg war ich noch in der A-Jugend, jetzt bin ich wieder zu Hause, wo ich hingehöre“, strahlte Korbinian Linner, der erst vor der Saison zum DJK-SV zurückgekehrt war. „Dieses Spiel hätte eigentlich zwei Sieger verdient.“ Der zweite Aufstiegsheld Christoph Inninger drückte es so aus: „Danke an Tattenhausen für den geilen Fight.“ Das sahen auch die Tattenhausener Anhänger unter den 1032 zahlenden Zuschauern in Ostermünchen so, die die Verlierer noch lange nach dem Schlusspfiff bejubelten.

Der 35-jährige Inninger hatte schon im ersten Spiel gegen Edling das wichtige 1:1 erzielt, gegen den SVT führte er sein Team als Schlusspunkt einer Kopfballstafette über vier Spieler zum 2:2 (77.) erst in die Verlängerung. War es Abseits, wie einige Experten am Spielfeldrand meinten? Egal. Sein entscheidender Treffer im Elfmeterschießen soll nun der Schlusspunkt einer 17-jährigen Karriere im Griesstätter Trikot sein. „Das war mein letztes Spiel“, sagte Inninger, der sich schon einen Großteil der Saison mit Verletzungen herumgeplagt hatte. Auch so eine Relegations-Geschichte. Dreimal holten die Griesstätter in dieser denkwürdigen Begegnung einen Rückstand auf – woran auch Schiedsrichter Johannes Pöllmann (Winhöring) einen Anteil hatte. Nach nur neun Minuten lag der SV Tattenhausen mit 1:0 in Führung, weil Andreas Daxenbichler einfach mal abzog und Lenz mit seinem Schuss ins rechte Kreuzeck keine Chance ließ. Doch fünf Minuten später war der SVT nur noch zu zehnt. Vinzenz Kirchbaumer stoppte einen Griesstätter unmittelbar vor der Strafraumgrenze – ein Foul: ja, aber gleich Rot? Schiedsrichter Pöllmann interpretierte es als Notbremse und zog die Karte aus der Gesäßtasche.

Dass Griesstätt in Überzahl spielte, merkte man lange nicht. Zum 1:1 (32.) brauchte es eine weitere harte Entscheidung Pöllmanns. Korbinian Linner fiel im Strafraum – hatte ihn der Verteidiger noch berührt? Spielertrainer Lenz trat an, Torhüter Stefan Stecher bremste den Schuss, konnte ihn aber auf dem Weg ins Tor nicht aufhalten. Mit einem abgefälschten Freistoß brachte Tobias Daxenbichler den SVT wieder in Führung (56.), dann kam Christoph Inninger mit seinem Kopfball zum 2:2.

„Wir haben diese Mentalität, immer wieder zurückzukommen, das haben wir dreimal gezeigt“, sagte er nach dem Elfmeterschießen. Dreimal? Ja, denn in der Verlängerung hämmerte Florian Hofmann einen Freistoß zum 3:2 für Tattenhausen ins linke Kreuzeck (95.). Da waren auch die Griesstätter nur noch zu zehnt, nachdem Robert Bürger mit Gelb-Rot (86.) gehen musste. Eine Zeitstrafe für Josef Kriechbaumer brachte Tattenhausen nochmals in Unterzahl. Doch gerade als die Abwehrschlacht überstanden schien, erwischte Korbinian Linner eine Flanke und grätschte sie gegen die Laufrichtung zum 3:3 (116.) ins Tor. Elfmeterschießen – mit dem besseren Ende für Griesstätt.

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