Maria Alm – Seit ein paar Jahren hat Mathias Heitauer das Laufen für sich entdeckt. Zunächst ganz ohne Ambitionen. Während der Corona-Pandemie lief der 27-Jährige dann immer mehr. Im vergangenen Jahr hat er dann auch mal das Trailrunning ausprobiert – und in den Bergen startet der Grabenstätter jetzt so richtig durch! Heitauer feierte bei der achten Auflage des Hochkönigman im österreichischen Maria Alm über die 21,7 km mit 1277 Höhenmeter in 1:48:23 Stunden sensationell den Sieg! „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, erzählt er stolz über seinen großartigen Erfolg über die dortige Speed-Trail-Strecke.
Schon im vergangenen Jahr ließ Mathias Heitauer gleich bei seinem ersten Rennen in den Bergen aufhorchen. Er startete damals im Sommer beim Mountainman in Reit im Winkl und wurde dort über die 21-km-Distanz auf Anhieb Vierter. Heitauer war im Herbst auch beim Hochfelln-Berglauf dabei und nahm im österreichischen Söll bei der Tour de Tirol am Pölven-Trail teil. „Ich habe im vergangenen Jahr richtig Blut geleckt“, lacht der starke Bergläufer. „Damit war klar, wohin meine Reise gehen wird“. Weg von der Straße, rauf auf die Trails!
In Maria Alm konzentrierte er sich dann wieder voll und ganz auf seine Leistung – und es folgte die Krönung! „Gleich bei meinem ersten Podiumsplatz den ersten Sieg feiern zu können, ist schon cool“, freut er sich. Und Mathias Heitauer war wirklich der Allererste im Ziel in Maria Alm! „Die anderen Distanzen waren ja länger unterwegs als wir“, berichtet er. „Und das war schon ein tolles Gefühl, wirklich als Allererster dort reinzukommen.“ Zuvor musste er aber einiges auf der Strecke leisten – doch für ihn lief es bei heißen Temperaturen perfekt!
„Für mich war es gut, dass die Strecke bis auf wenige Stellen komplett laufbar gewesen ist“, erzählt er. Die Strecke, die komplett schneefrei war, enthielt zwei größere Anstiege und beim zweiten konnte sich der Grabenstätter von der Führungsgruppe absetzen.
Heitauer wusste zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, dass er nun ganz vorn an der Spitze lag. „An der letzten Verpflegungsstelle habe ich mitbekommen, dass gefunkt wurde: ,Der Erste ist jetzt da.‘ Aber ich habe mich nicht getraut zu fragen, ob ich das bin“, lacht er. Danach habe er sich aber nur noch gedacht: „Ich muss jetzt Vollgas in Richtung Ziel geben“. Gedacht, getan! „Erst als ich auf der Zielgeraden das Zielband gesehen habe, habe ich wirklich realisiert, dass ich Erster bin“. Bernhard Islitzer aus Österreich folgte rund eineinhalb Minuten später (1:49:58 Stunden). Dritter wurde Gordon Ruedinger (Team Jung) in 1:50:37 Stunden. Was für eine Meisterleistung von Mathias Heitauer!
Reich bestückt kehrte er nach Hause zurück: Er bekam einen Pokal für den Gesamtsieg, einen Pokal für seinen Altersklassensieg in der M 30 und eine Riesenbreze! „Die Pokale bekommen natürlich einen Ehrenplatz“, sagt der Entwicklungsingenieur, der bei der BSH Hausgeräte GmbH in Traunreut arbeitet.
Auf seinem Erfolg wird sich der Trailläufer aber jetzt nur kurz ausruhen können, denn sein nächster Wettkampf steht schon vor der Tür. Heitauer wird sich am kommenden Samstag an eine neue Distanz heranwagen. Er wird beim Mozart 100 in Salzburg erstmals über die Marathon-Distanz starten. „Das wird schon spannend werden, das erste Mal am Berg so weit zu laufen“, blickt er voraus. Er hat sich zuletzt im Training auch akribisch auf die längere Distanz vorbereitet.
Chancen rechnet er sich dort aber keine großen aus. Schließlich sei es ein UTMB-Rennen, dementsprechend groß sei die Konkurrenz dort, betont er. Doch verstecken braucht sich Mathias Heitauer auch nicht, schließlich reist er als einer der Hochkönigman-Sieger an. bst