„Es werden Top-100-Spieler auflaufen“

von Redaktion

INTERVIEW 1860-Mannschaftsführer Lukas Jastraunig vor dem Bundesliga-Auftakt

Rosenheim – Lukas Jastraunig ist als Mannschaftsführer des Tennis-Bundesligisten 1860 Rosenheim derzeit richtig eingespannt. Vor dem Saisonstart telefoniert er ständig mit Spielern und Trainern, in den freien Minuten, in denen er nicht selbst auf dem Platz steht, richtet sich der Blicks aufs Mobiltelefon, um die Ergebnisse in Wimbledon abzufragen. Von den Resultaten in England hängt nämlich auch die Besetzung der Sechziger zum Auftakt ab. Vor dem Heimspiel am Sonntag um 11 Uhr gegen den TC Bredeney hat die OVB-Sportredaktion mit Jastraunig gesprochen.

Wie gerüstet ist 1860 für den Saisonstart?

Wir haben versucht, die besten Spieler, die wir kriegen konnten, in unserem Kader zu haben – das ist uns gelungen. Wenn alles weiter so gut laufen sollte, dann haben wir fast unsere Bestbesetzung. Es werden definitiv Top-100-Spieler für uns auflaufen.

Sie waren ja federführend für die gesamte Kaderplanung. Wie haben Sie das Team zusammengestellt?

Zunächst wollten wir mit den Spielern planen, die schon lange für uns spielen. Da musste man aber auch fragen, wie wettbewerbsfähig sie sind, schließlich hat sich die Liga ja auch weiterentwickelt. Hauptaugenmerk war aber, viele Spieler aus dem letzten Jahr halten zu können. Dann haben wir geschaut, welche Spieler in der Weltrangliste auf den Rängen 150 bis 250 für uns relevant sind. Da geht es dann um Sandplatzspieler oder Spieler, die auch zu uns passen. Zudem fehlten uns noch ein, zwei Top-Spieler. Wir wollten einen Top-Mann, der an Nummer eins spielen kann. Den haben wir mit Marco Cecchinato bekommen. Und in Wien habe ich beim Padel-Tennis-Turnier mit Thiago Monteiro gespielt und ihn gefragt. Er konnte sich das auch vorstellen.

Wie zufrieden sind Sie?

Ich bin sehr zufrieden. Was noch besser werden kann: Ich hätte gerne noch einen Spieler um Rang 300 in der Weltrangliste gehabt, den wir fix bei uns haben und der dann fünf, sechs Spiele macht. So muss ich jeden Spieltag schauen, welche vier Spieler wir beisammen haben. Immerhin haben uns Spieler wie Alexandre Muller und Sebastian Ofner ihre Zusagen für einige Spiele gegeben, obwohl sie durch ihre Erfolge mittlerweile sehr gefragt sind. Das sind Typen, bei denen halt auch das Menschliche ganz groß ist.

Sie kennen auch die anderen Kader. Ist das die stärkste Bundesliga aller Zeiten?

Ich denke schon. Die Liga ist sehr stark. Bredeney hat fast alle deutschen Spieler und kommt daher wie das Davis-Cup-Team, Gladbach hat richtig gute Spieler geholt. In der Liga sind Spieler, die werden in den nächsten Jahren unter den besten 20 oder 30 in der Weltrangliste stehen. Auch wenn man unseren Kader ansieht, dann sind wir weit von den bisherigen Bundesliga-Kadern entfernt.

Wer ist Ihr Meisterfavorit und was ist für Rosenheim drin?

Gladbach hat einen richtig guten und ausgeglichenen Kader mit Sandplatz-Spezialisten. Großhesselohe darf man nie von der Rechnung nehmen, auch Mannheim ist mit seinen spanischen Sandplatzspezialisten hoch anzusehen. Bredeney kann sicher richtig gut spielen. Und auch die Aufsteiger haben richtig gute Kader. Wenn sie ihre Leute auch einsetzen können, dann sind sie hoch anzusiedeln – genauso wie wir, wenn wir mit unserem Kader so durchspielen könnten.

Auf wen können sich die Zuschauer zum Start in Rosenheim freuen?

Ich kann garantieren, dass es auf jeden Fall Top-Tennis mit Top-100-Spielern geben wird. Es wird spannend, weil Bredeney mit Spielern wie Oscar Otte, Yannick Hanfmann und wohl auch Philipp Kohlschreiber kommen wird. Vielleicht ist ja auch Maximilian Marterer mit dabei. Der Auftakt wird wichtig – man sieht dann schon, ob es gegen den Abstieg geht oder nach vorne. Die Zuschauer können sich auf Spitzentennis freuen – und zwar mit einer Nähe, die es sonst nicht gibt.

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