Erster Sieg und erste Niederlage

von Redaktion

LANDESLIGA Beim Spiel zwischen Traunstein und Rosenheim sind zwei Serien gerissen

Traunstein – Dieses Derby hatten sich die Fußballer des SB Chiemgau wahrlich anders vorgestellt: Das Team von Spielertrainer Danijel Majdancevic kassierte am fünften Spieltag der Landesliga Südost gegen den TSV 1860 Rosenheim mit einem 0:1 die erste Niederlage der Saison, damit endet auch die erste kleine Serie der Traunsteiner, die ambitioniert in die Saison gestartet sind. Die über 620 Zuschauer sahen dabei eine äußerst schwache Partie, die arm an Höhepunkten war.

Richtig bedient war Majdancevic nach dem Duell mit seinem Ex-Club. „Der Gegner ist gut gestanden. Aber im Endeffekt schießen sie kein einziges Mal aufs Tor und wir legen uns dann selber ein Ei ins Netz rein.“ Gerade in der ersten Halbzeit habe sein Team schon viel investiert, „aber wir machen das Ding einfach nicht“.

Auf der Gegenseite war die Erleichterung hingegen groß. Die Rosenheimer, die zuletzt zweimal in Folge abgestiegen sind, schafften im Jakob-Schaumaier-Sportpark nach einem holprigen Start (ein Unentschieden, drei Niederlagen) den ersten Sieg der Saison. „Diese drei Punkte waren ganz wichtig für unsere Jungs, damit wir auch nicht den Anschluss verlieren“, betonte Michael Huber, der noch vor wenigen Wochen Co-Trainer beim SB Chiemgau Traunstein gewesen ist und jetzt das Rosenheimer Funktionsteam verstärkt. „Eigentlich wollte ich bis zum Winter pausieren, aber dann hat sich das ergeben“, sagte er.

Die Anfangsminuten der Partie gehörten den Gastgebern. SBC-Stürmer Kurt Weixler prüfte in der sechsten Minute erstmals 1860-Tormann David Daroczi, der den Ball über die Latte lenkte. Zwei Minuten später segelte eine Ecke von Patrick Dreßl in den Strafraum der Gäste, die sich beim Abwehrversuch den Ball beinahe selbst ins Netz gelegt hätten. Und nach einer Ecke kam Andrii Pelypenko an den Ball, blieb aber aus fünf Metern glücklos.

In der Folge blieb der SBC zwar optisch überlegen, aber es fehlten die zündenden Ideen nach vorn. Als der Gastgeber endlich mal schnell nach vorne spielte, drosch Weixler am Strafraumeck stehend den Ball volley drüber (21.). Auf der Gegenseite war SBC-Tormann Issa Ndiaye auf den Posten, als Liam Markulin nicht vom Ball zu trennen war (28.). Die beste Gelegenheit für die Traunsteiner zur Führung vergab wieder Weixler, der von Gentian Vokrri stark in Szene gesetzt wurde (34.). Dann nahm das Unheil für den SBC seinen Lauf: In der 43. Minute setzte sich Matteo van de Wiel auf der linken Seite durch und flankte nach innen. Dort bugsierte Patrick Dreßl das Leder aus nächster Nähe unglücklich ins eigene Netz – 0:1 (43.).

Wer nach dem Wechsel einen Sturmlauf der Hausherren erwartet hatte, wurde enttäuscht. Das Passspiel beim SBC war diesmal zu ungenau und es fehlten weiterhin die Ideen im Offensivspiel. Erst in der 70. Minute gab’s die erste Möglichkeit der Traunsteiner in den zweiten 45 Minuten: Der eingewechselte Maximilian Neumüller brachte einen Freistoß aus 25 Metern aufs Tor, damit hatte Daroczi aber keine Mühe.

Erst in den Schlussminuten wurde es für den Kasten der Gäste gefährlich. 1860-Kapitän Maximilian Pichler fabrizierte bei einem Rettungsversuch beinahe ein Eigentor (92.) und Mihael Paranos köpfte in die Arme des Tormanns (94.). Die Rosenheimer, bei denen der Ex-Traunsteiner Kenan Smajlovic verletzt auf der Tribüne Platz nahm, verteidigten den Vorsprung letztlich über die Zeit und jubelten am Ende im strömenden Regen über den Dreier.

In diesem Derby stand auch der bisher gesperrte SBC-Neuzugang Sascha Marinkovic erstmals in einem Punktspiel für die Traunsteiner auf dem Feld. Der Stürmer spielte das letzte halbe Jahr zwar in Österreich beim FC Kufstein, war davor aber beim TSV 1860 Rosenheim unter Vertrag. Dort handelte er sich eine Rot-Sperre ein, um die es zuletzt einigen Wirbel gab. Wie beide Vereine jetzt nochmals klarstellten, hatte 1860 Rosenheim den Vertrag mit Marinkovic regelkonform aufgelöst.

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Patrick Dreßl (46. Neumüller), Hosp, Weixler, Marinkovic, Hrvoic (57. Majdancevic), Vokrri, Pelypenko, Kraus, Paranos, Shabani (78. Kremer).

TSV 1860 Rosenheim: Daroczi, Fischer, Gratt, van de Wiel, Martens, Pichler, Markulin, Grundner, Salkic, Jolic (78. Lang), Mayerl.

Schiedsrichter: Albrecht (FC Seeshaupt).

Zuschauer: 624.

Tor: 0:1 Patrick Dreßl (43./ Eigentor).bst

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