Kolbermoor – Im September 1975 startete die erste Tischtennis-Bundesliga der Damen im eingleisigen Format mit zehn Mannschaften. Damals waren die Teams noch überwiegend mit deutschen Spielerinnen besetzt. Aber schon in vergangenen Zeiten entwickelte sich diese Liga zu eine der besten Ligen, die es in Europa geben sollte. Diese Aussage stimmt bis heute: Das deutsche Oberhaus zählt nach wie vor zu den Top-Adressen. Auch in der 49. Saison ist Spitzen-Tischtennis vorprogrammiert.
Die Liga muss nunmehr ohne des ESV Weil/Rhein auskommen. Die Damen aus dem Dreiländereck Deutschland/Frankreich/Schweiz haben ihr Saisonziel Klassenerhalt mit gerade einmal vier Punkten deutlich verfehlt. Diese Lücke füllt nun der SV Schott Jena auf. Die Liga besticht in der kommenden Saison durch ihre Ausgeglichenheit, wenn man einmal vom TTC Berlin eastside absieht. Dass dieser aber auch schlagbar ist, haben der SV-DJK Kolbermoor und der TTC Weinheim, der das Hauptstadtquartett sogar zweimal bezwingen konnte, bewiesen.
Beste deutsche Spielerin ist einmal mehr Nina Mittelham vom Hauptstadtclub, die derzeit auf dem 22. Platz in der Weltrangliste rangiert. Aus Kolbermoorer Sicht muss man sich hier zwar ein wenig weiter nach unten orientieren, denn Kristin Lang wird in der Weltrangliste nicht mehr gelistet und Neuzugang Hana Arapovic bewegt sich um Platz 150. Doch das Team versucht es mit der Ausgeglichenheit der Mannschaft. Ein Überblick über die Kolbermoorer Gegner:
SV Schott Jena: Der Aufsteiger aus Thüringen fällt dadurch auf, dass er in der ersten Mannschaft gleich zehn Spielerinnen, darunter vier Japanerinnen, meldete. Der Kader: Yuka Minagawa, Misaki Morizono, Haruna Sugati, Misuzu Takeya (alle Japan), Qi Shi (China), Ece Harac (Türkei), Valerija Mühlbach (Ukraine), Koharu Itagaki, Vivien Scholz.
TTC Weinheim: Der Vizemeister konnte seine Mannschaft weitgehend zusammenhalten. Georgia Piccolin verließ zwar den Verein, dafür kam Daria Trigolos. Der Kader: Bruna Takahasi (Brasilien), Yuan Wan, Rachel Sung (USA), Mateja Jeger (Kroatien), Sophia Klee, Daria Trigolos (Belarus).
TSV Dachau 1865: Das Team, letzte Saison noch unter TSV Schwabhausen am Start, hat in Dachau eine neue Heimat gefunden. Zwei Neuzugänge dürften die Szene beleben. Der Kader: Sabine Winter, Liu Yangzi (Australien), Tin-Tin Ho (Großbritannien), Tatsiana Bahr (Belarus).
TSV Langstadt: Nach der Seuchensaison, die Verletzungen und das Karriereende von Petrissa Solja nach sich zog, will man versuchen, eine konstante Runde abzuliefern. Der Kader: Soo Wai Yam Minnie (Hongkong), Chantal Mantz, Cheng Hsien-Tzu (Taiwan), Franziska Schreiner, Izabela Lupulesku.
TTG Bingen/Münster-Sarmsheim: Mit Sally Moyland aus den USA konnte man eine Topspielerin verpflichten. Auffällig ist aber, dass im Aufgebot keine einzige deutsche Spielerin steht. Der Kader: Sally Moyland (USA), Lea Rakovac (Kroatien), Polina Debreva (Bulgarien), Diya Parag Chitale (Indien), Katerina Tomanovska (Tschechien), Elena Kuzmina (Russland), Karolina Mynarova (Tschechien).
TTC Berlin eastside: Die Bundeshauptstädterinnen können aus dem Vollen schöpfen und sind erneut erster Kandidat auf die Meisterschaft. Britt Eerland ist an die Spree zurückgekehrt. Der Kader: Nina Mittelham, Britt Eerland (Niederlande), Sabina Surjan (Serbien), Yaping Ding, Ning Jing (Aserbaidschan), Lee Ho Ching, Tie Yana (beide Hongkong), Josephina Neumann, Kathrin Mühlbach, Huang Yu-Chiao (Taiwan), Ran Li-Kath, Zhang Ziwei (Cina).
SV Böblingen: Leonie Hartbrich hat sich nach Frankreich orientiert, was sicherlich eine Schwächung für das Team ist. Qianhong Gotsch ist nach wie vor die Nummer eins. Der Kader: Qianhong Gotsch, Annett Kaufmann, Yi-Tian Yeh (Taiwan), Mitsuki Yoshida (Japan), Alexandra Kaufmann.