Auf den Spuren des Vaters

von Redaktion

Triathletin Anna Linner startet beim Ironman auf Hawaii

Hawaii – Der „Mythos Hawaii“ im Triathlonsport lebt – und ist bei den Triathleten auf der ganzen Welt noch immer ein großes Thema. Bei Anna Linner ist die Ironman-WM im US-Bundesstaat schon immer ein Teil ihres Lebens gewesen. „Mein Papa war 1998 auf Hawaii dabei, so hat sich das als Kleinkind bis jetzt durch mein Leben gezogen“, verrät die Rosenheimerin, die für das BaderMainzl TriTeam TSV 1860 Rosenheim startet.

Nun, 25 Jahre später, tritt die 24-Jährige in die Fußstapfen ihres Vaters Uwe und wird am 14. Oktober selbst beim großen Highlight aller Triathleten an den Start gehen. „Bei mir war dieser Mythos Hawaii schon immer da, ich wollte das einmal in meinem Leben erreichen. Es hat jeder verdient, da einmal dabei zu sein“, macht die Rechtspflegerin am Amtsgericht in Miesbach klar.

Ihr Vater spielt schon das ganze Leben lang eine große Rolle in ihrem Leben. Fast jede Trainingseinheit absolviert das Vater-Tochter-Duo gemeinsam, auch in den Wettkämpfen treten sie meist gemeinsam an. „Ich glaube, ich hatte fast noch kein Rennen, bei dem mein Papa nur zugeschaut hat. Wir starten normalerweise immer zusammen. Das wird für ihn auch eine neue Erfahrung“, so die Rosenheimerin.

Auch für Anna Linner, die sich bei der Langdistanz in Klagenfurt in 11:43:41 Stunden für die WM qualifiziert hatte, wird es eine ganz neue Erfahrung werden. Die Strecke auf Hawaii ist aus mehreren Gründen tückisch: Die Zuschauer sind nicht wie üblich über die gesamte Strecke verteilt und das Klima ist für jeden Athleten eine Herausforderung. Doch Linner hat sich vorbereitet: Sie ist, gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Freund, bereits zehn Tage vor dem Wettkampf angereist. „Man braucht ein bisschen Vorlaufzeit, das ganze Klima ist einfach anders.“ Zudem kennt sie die Strecke inzwischen bereits, wenn auch nicht in der Realität: „Man kann über eine App bereits die ganze Strecke zuhause auf der Rolle abfahren. Da habe ich mir schon alles anschauen können. Es ist halt einfach ein Vulkan, die Natur ist deshalb etwas einseitiger.“

Die Radfahrten auf der Rolle zählten fest zum Trainingsplan der Rosenheimerin – wenn auch nicht ganz freiwillig: „Ich habe mir leider vier Wochen vor dem Wettkampf das Außenband angerissen. Ich bin beim Laufen umgeknickt. Zum Glück kann ich ohne Schmerzen gehen, ein paar Tränchen sind aber schon gekullert“, gibt die 24-Jährige zu. Deshalb musste sie ihren Trainingsplan, bei dem sie normalerweise an sechs Tagen der Woche mindestens eine Einheit absolviert, auch umstellen: „Schwimmen geht gut, auch Radfahren auf der Rolle. Laufen funktionierte nicht. Da hätte ich gerne noch mehr gemacht, aber es hilft nichts.“ Für Linner, die seit ihrem vierten Lebensjahr schwimmt und deshalb hier ihre größte Stärke sieht, ein Problem – ein Einsatz ist aber nicht in Gefahr: „Man braucht einfach die Routine. Ich komme vom Schwimmen, beim Laufen muss ich am meisten machen. Ich bin aber noch positiv gestimmt.“

Positiv gestimmt und auch dankbar für die wohl einmalige Chance. Deshalb gilt vor für den Wettkampf auch: Kein Erfolgsdruck, sondern einfach nur die Erfahrung genießen. „Für manche Leute ist die Qualifikation keine Herausforderung mehr, aber mit 40-Stunden-Job ist das schon echt cool. Da steckt viel Energie und Trainingszeit drin. Ich mag den Gesamteindruck mitnehmen und mich nicht im Wettkampf verkrampfen.“ Wer Anna Linner bei ihrem Wettkampf auf Hawaii verfolgen will, kann das über die Ironman Tracker-App machen.

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