Sanok – Mit einem deutschen Quartett geht es bei der Eisspeedway-Europameisterschaft zur Sache: Bei den Titelkämpfen in Sanok (Polen) gehen Luca Bauer (Reit im Winkl), Max Niedermaier (Edling), Maximilian Niedermaier (Frauenneuharting) und Franz Mayerbüchler (Inzell) auf das Eis.
Zwei davon gelten als heiße Eisen im Kampf um die Medaillenplätze: Luca Bauer und Max Niedermaier. Bauer war im vergangenen Jahr EM-Vize hinter Franz Zorn (Saalfelden) geworden und hatte bei der WM als Vierter geglänzt.
Auch diesmal hat sich Bauer für die EM viel vorgenommen: „In die Top-Drei will ich auf jeden Fall. Und nach zwei dritten und zwei zweiten Plätzen bei den vergangenen Europameisterschaften wäre der Titel natürlich ein Ziel – aber da muss schon alles perfekt passen“, weiß der 25-Jährige um die Unwägbarkeiten. Schon ein Ausfall in den Läufen am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag (jeweils ab 14 Uhr) könnte wertvolle Punkte kosten.
Denn es gibt am Ende keine Punkte für die Tagesplatzierung, sondern die reinen Laufpunkte werden gezählt. Das heißt, Bauer muss in seinen fünf Vorläufen pro Tag möglichst viele Zähler einfahren, um jeweils das Tagesfinale der vier besten Piloten zu erreichen – denn dort sind bis zu drei Punkte (für den Sieg) zusätzlich zu erreichen. „Wenn du ein bisschen Pech hast, bist du ganz schnell aus den vorderen Rängen raus“, weiß Bauer.
Große Sorgen macht sich der Reit im Winkler deshalb aber nicht. Zwar sei bei den Rennen in der schwedischen Liga im Januar nicht alles perfekt gelaufen, doch er konnte wertvolle Rennpraxis sammeln. „Zuletzt war ich noch einmal kurz in Tschechien im Training, mehr war nicht drin“, bedauert er.
Dennoch: Er kann auf ein gutes Team bauen, sein Material ist auch in Ordnung, „und ich fahre in Sanok sehr gerne. Ich freue mich auf die Bahn und möchte auf jeden Fall vorne mitfahren.“
Das ist auch das Ziel für Max Niedermaier: Der 35-Jährige unterstützt einerseits seinen Namensvetter und Cousin Maximilian Niedermaier (23 Jahre) aus Frauenneuharting (Landkreis Ebersberg). Andererseits will er selbst aber auch einen Spitzenplatz einfahren. Schließlich hatte Niedermaier bei der WM-Qualifikation in Örnsköldsvik (Schweden) sogar den Tagessieg geholt – vor zwei Finnen, auf die er auch in Sanok wieder trifft: Heikki Huusko und Max Koivula. Sie gehören damit ebenfalls zu den EM-Mitfavoriten. Dies gilt zugleich für die in der WM-Qualifikation überzeugenden Jimmy Olsen (Schweden/5.) und Jasper Iwema (Niederlande/6.).
Dagegen wollen Franz Mayerbüchler (Inzell) und EM-Neuling Maximilian Niedermaier sich zunächst einmal gut verkaufen. Dabei erhofft sich Mayerbüchler aufgrund seiner Erfahrung im Feld der 16 Piloten einen Platz in der oberen Tabellenhälfte. who