Wenn in der Pause das Öl helfen muss

von Redaktion

FUSSBALL-LANDESLIGA Bruckmühl und 1860 Rosenheim torlos – Kaum Torraumszenen

Bruckmühl – Dass der Start in die Frühjahrsrunde der Fußball-Landesliga Südost zwischen dem SV Bruckmühl und dem TSV 1860 Rosenheim kein heißblütiger Auftakt und auch kein Torfestival werden würde, das war den Experten schon im Vorfeld klar. Zum einen sind beide Teams nicht gerade für ein Offensiv-Feuerwerk bekannt, zum anderen ließen die äußeren Bedingungen auch nicht mehr zu. Kein Wunder also, dass das Landkreis-Duell mit einem torlosen Remis endete.

„Leistungsgerecht, weil keines der beiden Teams groß Chancen hatte. Allerhöchstens Halbchancen“, urteilte 1860-Coach Wolfgang Schellenberg. „Wir waren dem Sieg näher als Rosenheim, weil wir über 90 Minuten etwas mehr fürs Spiel getan haben. Wir haben etwas versucht, Rosenheim hat gut verteidigt – insofern muss man zufrieden sein“, befand Bruckmühls Trainer Mike Probst.

Sein Team verbuchte die größte Gelegenheit im ganzen Spiel, als Lenny Schweder in der ersten Hälfte von der rechten Position alleine in den Sechzehner zog, sich dann den Ball aber zu weit vorlegte. Rosenheims Tormann Alin Goia, diesmal ungewohnt zurückhaltend mit lautstarken Kommandos, hatte sich groß vor Schweder aufgebaut und machte es dem Bruckmühler Offensivmann dann auch schwer. Ansonsten konnten die Gastgeber einen Fauxpas des Ex-Bruckmühlers Maxi Pichler nicht nutzen, auf der anderen Seite ging ein Schuss von Matteo van de Wiel aus linker Position am langen Eck vorbei und Raphael Lang beförderte eine hohe Hereingabe irgendwie mit dem Körper aufs Tor, der Ball war aber kein Problem für Bruckmühls Schlussmann Manuel Aigner. Dieser stand als Vertreter des verletzten Stammkeepers Markus Stiglmeir zwischen den Pfosten. Es war sein sechster Landesliga-Einsatz – und dann ein Zu-Null im Derby. „Ein absolut geiles Gefühl. Vor allem, weil es für mich noch keine Gewohnheit ist, dass ich Landesliga spiele. Ich muss da auch noch reinwachsen, aber das wird schon klappen“, meinte der Keeper. Probst hatte ihm den Vorzug vor Maximilian Gröbmeyer gegeben. „Er war im Pokalspiel gegen Kastl drin und hat das ordentlich gemacht. Wir machen dann auch kein Torwart-Hopping“, erklärte Probst.

Aigner musste ansonsten kaum ernsthaft eingreifen, weshalb sich bei kalten Temperaturen am Abend ein anderes Problem ergab. „Es ist schon ein bisschen kalt geworden. Ich habe gerade auch mit Alin Goia gesprochen, für uns war nicht so viel zu tun“, erzählte Aigner nach dem Schlusspfiff. Der SVB-Keeper wusste sich zumindest in der Halbzeit zu helfen: „Gott sei Dank habe ich mich da schon ein bisschen mit Öl eingeschmiert, ansonsten wäre es zapfig geworden.“

Dass den Bruckmühler Tormann beinahe gefroren hatte, lag auch an den nur zaghaften Rosenheimer Anläufen. Hatten die Sechziger im ersten Durchgang mit Lang noch einen echten Stürmer aufgeboten, so war nach dem Wechsel die Spitze nur selten besetzt. In den letzten Minuten ging es den Gästen nur noch darum, den Punkt mitzunehmen, was Coach Schellenberg dann auch zugab: „Natürlich hätten wir gerne gewonnen. In den letzten zehn Minuten haben wir uns schon gesagt, dass wir lieber den Punkt mitnehmen, als dass wir All-in gehen.“ Die Problemstelle ist aber bekannt: „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir vorne an unserer Durchschlagskraft arbeiten müssen.“ Auf besserem Geläuf könnte es da natürlich schon wieder viel besser ausschauen.

Dem Sechziger-Trainer war indes wichtig, „dass wir nicht mit einem Negativerlebnis aus der Winterpause rauskommen. Und das haben wir geschafft.“ Unter anderem auch mit einer Systemumstellung. Weil Bruckmühl mit dem Ex-Sechziger Michele Cosentino am linken Flügel hoch stand, stellten die Rosenheimer flugs um und Mittelfeldspieler Lucas Gratt machte die Seite zu. „Wir haben nach zehn Minuten auf Fünferkette umgestellt“, bestätigte Schellenberg.

Und so war die linke Angriffsseite des SVB außer Kraft gesetzt. Dafür hatten die Bruckmühler aber auch selbst gesorgt. Denn zunächst war man nur über den rechten Flügel gefährlich, was unter anderem mit schönen Diagonalbällen von Thomas Festl zusammenhing. „Wir wollten das aber nicht. Das war mir zu eintönig. Unsere linke Seite hat überhaupt keine Bälle bekommen und deshalb habe ich darauf eingewirkt“, erklärte Probst. „Wir mussten variabler werden. Wenn wir unsere Außenverteidiger eingesetzt haben, dann hat das auch nach Fußball ausgesehen.“ Zumindest, so lange es die Bodenverhältnisse zugelassen hatten. „Es war schwer, auf diesem Boden wirklich saubere Aktionen durchzuführen“, merkte Probst an. Für Schellenberg war „klar, dass es kein schönes Spiel zum Zuschauen war“. Also zählte nur eines: Der eine Punkt und kein Gegentreffer. Und das war am Ende beiden Trainern wichtig.

Das Steno zum Spiel

Artikel 1 von 11