Rosenheim – In der Fußball-Landesliga Südost empfängt der TSV 1860 Rosenheim am Freitagabend um 19 Uhr den TSV Wasserburg im Jahnstadion – es ist ein Landkreis-Duell, das Zündstoff bekommen hat. Es geht ums Prestige. Jahrzehntelang hatten die Sechziger die Vormachtstellung in Stadt und Landkreis Rosenheim. Wer diese dem Club von der Jahnstraße streitig machte, tropfte auf Dauer ab. Und jetzt ist da der TSV Wasserburg. Er kann – und wird wohl auch – im Sommer erstmals als bestplatzierte Mannschaft im Landkreis abschließen.
Ist das dann schon die manchmal herbeizitierte Wachablösung? Möglicherweise, wenn es mit den Löwen eine Liga rauf geht. Aktuell nehmen die Mannen von der Altstadt den zweiten Tabellenrang ein, der zumindest die Aufstiegsrelegation bedeuten würde. Jeder Punkt ist dafür nun wichtig, zumal die Wasserburger Nachholbedarf haben, nachdem der Jahresauftakt gegen Schlusslicht Holzkirchen mit 0:2 in die Hosen ging. Auf Wiedergutmachungstour befindet sich die Truppe von Trainer Florian Heller aber nicht. „Ich war mit unserer Leistung nicht unzufrieden, wir haben nur nicht das Ergebnis dafür gekriegt“, sagt Heller, der seinen Kader mittlerweile fast beisammen hat. Kapitän Max Höhensteiger, Bruno Goncalves und Lukas Starringer befinden sich nach ihren Verletzungen im Aufbautraining. Einer ist da schon drüber: Rückkehrer Robin Ungerath, zuletzt beim österreichischen Proficlub SV Ried unter Vertrag, steht erstmals im Kader. Der Angreifer „ist jetzt soweit“, wie Heller bestätigt. „Wir haben ihn langsam herangeführt, mussten ihn teilweise auch bremsen.“
So einen Mann könnte Wolfgang Schellenberg gut gebrauchen. Seine Truppe holte zuletzt beim 0:0 in Bruckmühl immerhin einen Zähler. „Defensiv haben wir es gut gemacht, offensiv war ich unzufrieden“, sagt der 1860-Trainer. Ihm sei die Truppe in etlichen Situationen zu ängstlich gewesen. Schellenberg erläutert: „Bei Eins-gegen-eins-Situationen, beim Festmachen des Balls in der Spitze oder wenn es darum ging, den Ball bei einem 50:50-Zweikampf im Mittelfeld zu erobern.“ Der Rosenheimer Trainer hat dies angesprochen, um auch im zweiten Derby in Serie zu bestehen.
Ein Duell, das auch dahingehend Brisanz bekommt, weil neben Heller ein paar Wasserburger Spieler eine 1860-Vergangenheit haben. Der jüngste Wechsel war im Winter der von Rosenheims A-Junior Josef Stellner, der Schellenberg missfiel. „Ich freue mich sehr aufs Wiedersehen mit Flo Heller, bin aber gegenüber den Wasserburger Verantwortlichen aufgrund des Vorgehens verstimmt“, sagt Schellenberg. Noch etwas Öl fürs Derby-Feuer! tn