Haas: „Das ist eine coole Möglichkeit“

von Redaktion

Ex-Wasserburger wird im Sommer Cheftrainer bei der U23 der SpVgg Greuther Fürth

Wasserburg – Leo Haas wird ab Juli neuer Cheftrainer bei der U23 der SpVgg Greuther Fürth in der Fußball-Regionalliga Bayern. Der 42-jährige Ex-Profi, der im Nachwuchs für 1860 Rosenheim gespielt hat und später als Spieler und Trainer maßgeblich am Aufstieg des TSV Wasserburg beteiligt war, tritt damit die Nachfolge von Petr Ruman (47) an, der nach seinem zweiten Engagement beim Zweitliga-Nachwuchs eine neue Herausforderung sucht. Wie Ruman, der zwischen 1999 und 2005 das Trikot der Fürther trug, hat auch Haas eine Vergangenheit beim Kleeblatt: Von 2007 bis 2011 absolvierte der Inhaber der UEFA-Pro-Lizenz 94 Pflichtspiele für die Fürther. „Das ist eine coole Möglichkeit. Ich habe ja jahrelang in Fürth gespielt und weiß, welche Personen dort arbeiten. Ich kenne das Umfeld, deswegen ist mir die Entscheidung relativ leichtgefallen.“

Seine Trainerlaufbahn begann Haas, der auch für den FC Augsburg und den FC Ingolstadt in der 2. Bundesliga aufgelaufen ist, 2016 beim TSV Wasserburg, den er von der Kreisliga bis in die Bayernliga geführt hat. Danach folgte der Wechsel in die Regionalliga Bayern zum SV Wacker Burghausen, den er sehr erfolgreich zweieinhalb Jahre gecoacht hat, ehe er im Sommer 2022 ein Engagement als Co-Trainer der U18 in der Akademie des österreichischen Serienmeisters FC Red Bull Salzburg angenommen hat.

Vom Cheftrainer in der Regionalliga zum Co-Trainer einer U18 mutet von außen wie ein Rückschritt an. Was haben Sie in Salzburg mitgenommen?

Die Arbeit bei einem Verein wie Red Bull ist auf sehr hohem Niveau. Ich lerne tagtäglich dazu. Die Expertise im Personalbereich, die dort angeboten wird, hilft mir sehr. Ich kannte die Perspektive als Cheftrainer, jetzt bin ich als Co-Trainer unterwegs, das ist eine ganz andere Sichtweise. Man arbeitet in ähnlichen Bereichen, führt aber selber weniger die Ansprachen, nimmt Dinge anders wahr und beurteilt sie auch anders.

Jetzt haben Sie dann aber wieder das Sagen bei der U23 in Fürth?

Ja, ich wollte jetzt den Schritt gehen, wieder als Cheftrainer zu arbeiten. Es ist schön, zurück in Fürth zu sein. Ich hatte super Gespräche mit Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi und Björn Schlicke (Sportlicher Leiter der Kleeblatt Akademie by infra fürth, Anm. d. Red). Ich arbeite total gerne mit jungen, talentierten und gewillten Spielern, um ihr Potenzial bestmöglich auszuschöpfen und sie in ihrer Entwicklung voranzutreiben. Das alles sind ausschlaggebende Gründe für meine Entscheidung. Ich denke, dass es erneut der richtige Schritt zur richtigen Zeit ist.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung bei Ihrem Ex-Verein Wacker Burghausen, der ja künftig einer der Gegner sein wird?

Ich verfolge das Geschehen natürlich, die Ligen in Deutschland sind alle interessant für mich. Die Spiele von Wacker sehe ich im Zusammenschnitt und denke, dass die Entwicklung absolut positiv ist. Inzwischen sieht man ja auch tabellarisch die Fortschritte, Burghausen hat mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. Das ist für mich aber auch nicht verwunderlich, schließlich hat der Kader in der Zwischenzeit sehr hohe Qualität. Da muss man gar nicht so nahe dran sein, um das beurteilen zu können.

In und nach Ihrer Zeit bei Wacker haben einige Spieler wie Robin Ungerath, André Leipold und Lukas Mazagg den Sprung ins Profitum gewagt, wie beurteilen Sie deren Entwicklung?

Bei Robin, mit dem ich mich auch mal getroffen habe, hat die Verletzung ganz großen Anteil, dass es in Ried nicht geklappt hat. Ich habe auch mal mit einem Ex-Trainer von ihm gesprochen, der mir das bestätigt hat. Wenn man nicht so kann, wie man will, wird es halt schwer. Bei André war der Sprung zu einem angehenden Bundesligisten nach Darmstadt einfach zu hoch. Das unglückliche Eigentor bei seinem ersten Einsatz hilft dann auch nicht Selbstvertrauen aufzubauen und die Konkurrenz war auch gewaltig. Bei André ist es aber längst noch nicht vorbei, er muss hartnäckig bleiben, sich beim SV Lafnitz in der zweiten österreichischen Liga behaupten und sein Potenzial ausschöpfen. Lukas hat immer sehr akribisch gearbeitet, er ist ein Spieler mit einer super Einstellung. Er wird seinen Weg bei Hoffenheim in der Regionalliga Südwest gehen, hat kürzlich erst ein sehr schönes Tor gemacht, in die Bundesliga-Mannschaft zu kommen, ist aber extrem schwer. Nicht vergessen darf man Philipp Maier, den ich gerne in Burghausen zurückgehabt hätte. Er hat sich aber für einen anderen Weg entschieden. Und wie man jetzt in Ulm sieht, mit Erfolg. Man muss nicht immer unbedingt in einem NLZ gewesen sein. Es gibt auch einen anderen Weg, der besagt, dass man an sich glauben muss. Wenn man hart an sich arbeitet und als Spieler immer weitermacht, kann der Karrieresprung auch gelingen.

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