Rosenheim – So schnell geht es: Da hatte sich 1860 Rosenheims Trainer Wolfgang Schellenberg erst kürzlich noch gefreut, dass ihm demnächst der komplette Kader für den Saison-Endspurt in der Fußball-Landesliga Südost zur Verfügung steht, da schaut es zwei Wochen später schon wesentlich problematischer aus. Vor dem heutigen Heimspiel – Anstoß im Jahnstadion ist um 19 Uhr – gegen den TuS Holzkirchen, muss Schellenberg vor allem in der Defensive kräftig umbauen.
Zunächst blieb Moritz Kappelsberger auf der Strecke. Der Innenverteidiger, der seit der Winterpause noch nicht im Einsatz war, verletzte sich im Training erneut und fällt nun weiter aus. Beim Spiel in Eggenfelden musste dann mit Maximilian Pichler ein weiterer zentraler Abwehrspieler die Segel streichen. Und im Heimspiel gegen Hallbergmoos humpelte zuletzt auch Malik Salkic vom Feld. Die Diagnose ist niederschmetternd: Schwere Bänderverletzungen im Sprunggelenk! „Für ihn ist die Saison beendet“, erklärte Schellenberg geknickt. Für den Trainer bedeutet dies, dass er seine Abwehrformation umkrempeln muss. Zuletzt gegen Hallbergmoos spielten neben Salkic noch die beiden Junioren Marcel Martens und Simon Fischer in der Innenverteidigung. „Das hatte auch ohne Malik ganz gut gepasst, das hatte aber auch viel mit dem Kollektiv zu tun“, meint Schellenberg, der eigentlich eine andere Baustelle im Team hat – und zwar den Offensivbereich. „Wir müssen uns nach vorne verbessern“, sagt der 1860-Trainer, nimmt aber auch da die zweite Hälfte von Hallbergmoos als Mutmacher: „Auch da haben wir ja das Spiel gemacht und waren fast nur in deren Hälfte.“ Aber: Es fehlen die Tore. „Wir müssen wieder Selbstsicherheit im Torabschluss bekommen“, so Schellenberg. Gerade für das Spiel gegen Holzkirchen wäre es wichtig, ist doch der Sechziger-Vorsprung auf die Abstiegszone auf sechs Punkte geschmolzen – und Holzkirchen steckt mitten in dieser Abstiegszone. „Für die geht es ja um noch viel mehr als bei uns“, glaubt der Rosenheimer Coach, der sich ausgerechnet hat, „dass man erst mit 41 Punkten sicher sein kann.“ Also fehlen den Sechzigern noch sieben Zähler, wobei Schellenberg auf diese Rechnung ergänzt: „Das bedeutet nicht, dass wir bloß noch diese sieben Punkte holen wollen.“ Aber es würde sich zumindest leichter damit leben.
Kellerduell beim
TSV Ampfing
Heute, Freitag, um 19.30 Uhr trifft der TSV Ampfing im Kellerduell auf den punktgleichen SV Neufraunhofen. Beide Teams stehen auf Relegationsplätzen und suchen nach einem Sieg. Trainer Björn Hertl erwartet ein spannendes Spiel unter großer Zuschauerkulisse. Nach einer enttäuschenden Leistung gegen Geretsried muss Ampfing sich steigern, um nicht in den Abstiegskampf zu geraten. „Die Spieler haben es schon selber eingesehen, dass das gegen Geretsried nichts war und haben sich mehr oder weniger entschuldigt. Wir müssen von Anfang an kratzen und beißen, das wird der Gegner auch tun“, sagt Hertl und kündigt Änderungen in der Mannschaft an: „Es haben sich einige im Training aufgedrängt und nach so einem Spiel muss man auch Wechsel vornehmen.“ Verletzungsbedingt fehlen weiterhin Oli Weichhart und Soungo Diakite.
Traunstein reist
zum Spitzenreiter
In der Fußball-Landesliga Südost stehen noch sieben Spieltage an. Der TSV Grünwald führt mit 17 Punkten Vorsprung vor dem TSV Wasserburg. Obwohl Grünwalds Trainer Rainer Elfinger noch zurückhaltend ist, scheint die Meisterschaft nahe. Heute um 19.30 Uhr trifft Grünwald auf den SB Chiemgau Traunstein, der 23 Punkte zurückliegt und als Tabellensechster noch Chancen auf den Aufstiegsrelegationsplatz hat. Traunstein muss nach zwei Niederlagen eine Reaktion zeigen, um im Rennen zu bleiben. Co-Trainer Marcus Sedlbauer und Chefcoach Danijel Majdancevic sind zuversichtlich, dass das Team sich steigern kann. Grünwald ist zu Hause stark, mit elf Siegen und drei Unentschieden in 14 Spielen ungeschlagen. Majdancevic erkennt die Qualität von Grünwald an, sieht aber auch das eigene spielerische Potenzial. tn/mb/bst